Olaf Geyer (AdL): Veränderung? Aber bitte mit Struktur

Shownotes

Unser Thema: Veränderungsbereitschaft in der Branche. Was hat sich verändert und was müsste sich verändern?

Unser Gast: Olaf Geyer, Partner Arthur D. Little, Head of Energy, Utilities and Ressources Practice Central Europe LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/olafgeyer/ Website: https://www.adlittle.com/en/management-team/olaf-geyer

Die Transformation von Energie und Mobilität gilt als zentrale Aufgabe unserer Zeit. Politische Ziele sind formuliert, der Handlungsdruck ist hoch – und doch stellt sich immer wieder dieselbe Frage: Wie wandlungsfähig ist unsere Branche wirklich?

Warum fällt es Organisationen, die über Jahrzehnte auf Stabilität optimiert waren, heute schwer, schnell zu verändern? Wo liegt der Engpass wirklich – beim Willen, bei den Fähigkeiten, bei Strukturen oder im System selbst? Welche Rolle spielen Regulierung, Investitionszyklen und technische Standards? Und was braucht es, damit aus ambitionierten Zielbildern konsequente Umsetzung wird?

In dieser Folge von „Mit Haltung und trocken – der Zukunftstalk mit Markus & Markus“ sprechen wir mit Olaf Geyer, Partner bei Arthur D. Little und verantwortlich für das Energiewirtschaftsgeschäft, über die reale Veränderungsfähigkeit der Energiebranche.

Ein Gespräch über Ambition, Beharrungskräfte und Verantwortung. Und darüber, warum Transformation nur dann gelingt, wenn Struktur, Mut und Konsequenz zusammenkommen.

Mit Haltung und trocken - der Zukunftstalk mit Markus und Markus. Ein Podcast der WSW Wuppertaler Stadtwerke. https://www.linkedin.com/company/wsw-wuppertaler-stadtwerke-gmbh/?viewAsMember=true Januar 2026

Transkript anzeigen

00:00:06:

00:00:22: Wir sprechen heute über ein Thema, das unbequem, aber dringend ist.

00:00:34: Wie wandlungsfähig ist unsere Branche wirklich?

00:00:37: Also es geht um Transformation der Energie und Mobilität in unserem Land und die Branche, die sich dafür verantwortlich fühlt.

00:00:47: Wer fordert die Veränderung, wer traut sich was zu, was braucht es, damit wir schneller werden, damit aus den theoretischen Diskussionen konkrete Umsetzungsprojekte werden.

00:00:56: Und das wollen wir heute gemeinsam mit Olaf Geier zusammen besprechen und diskutieren.

00:01:02: Olaf Geier ist Partner bei ASA de Lidl und verantwortlich für das Energiewirtschaftgeschäft.

00:01:08: Freuen uns sehr, dass du hier bist.

00:01:09: Lieber Olaf, herzlich willkommen.

00:01:10: Danke für die Einladung.

00:01:12: Und das machen wir natürlich auch wieder in alter Traditionen mit einem klassischen Weißwein heute aus der Weinregion Burgund.

00:01:20: Das passt ganz gut aus einem Familienbetrieb in dritter Generation geführt.

00:01:24: Die Familie stammt ursprünglich aus Polen und hat das anwesend Stück für Stück aufgebaut.

00:01:29: Also auch ein gutes Stück echte Transformation zwar nicht in Deutschland, aber mitten in Europa.

00:01:35: Probieren

00:01:36: wir mal.

00:01:38: Zum Wohl.

00:01:39: Finde ich sehr gut.

00:01:40: Das ist ein schöner Chardonnay.

00:01:41: Hat Kraft.

00:01:43: Schmeckt sehr lecker.

00:01:44: Prima.

00:01:44: Guck mal, haben wir schon mal ... Halt das schon

00:01:46: mal geklappt.

00:01:48: Olaf, bevor wir aber ins eigentliche Thema einsteigen, vorher noch ein paar persönliche Fragen, um Zuhörern auch ein Bild von dir zu geben.

00:01:55: Was war dein erster Job und was hast du daraus fürs Leben gelernt?

00:02:00: Mein erster Job war der, den ich heute auch mache, nämlich ich bin in die Beratung gegangen.

00:02:06: habe vor fünf, zwanzig Jahren mit der Beratung angefangen.

00:02:09: Und zwar Beratung für Stadtwerke, Regionalversorger und alles, was sich in der Energiewirtschaft so

00:02:15: tut.

00:02:16: Aber auch wenn die Energiebranche ziemlich treu geblieben ist, gibt es eine berufliche Entscheidung, die du heute anders treffen würdest?

00:02:22: Ich habe tatsächlich einen Ausflug in eine andere Branche gemacht.

00:02:27: Damals war die Energy Practice und die Real Estate Practice in einer.

00:02:32: Das heißt, wir haben auch Projekte in der immobilien Wirtschaft gemacht.

00:02:35: Und da bin ich tatsächlich einmal, die habe ich die Branche gewechselt und war für drei Jahre bei einem Facility Management Unternehmen, habe da das Business Development geleitet.

00:02:45: Man muss aber dazusagen, die Facility Management Branche ist eine spezielle Branche.

00:02:52: Man lernt ja aus allen Dingen etwas und dann sicherlich habe ich da auch einiges mitgenommen, aber im Nachgang hätte ich gesagt, das hätte ich mir sparen können.

00:03:00: Sehr grad viel von KI und Avatar in die Rede.

00:03:03: Was würdest du denn deinem Achzehnjährigen ich, jetzt weiß ich auch, dass du einen Sohn ungefähr in dem Alter hast, aber das blenden wir jetzt mal gerade aus.

00:03:11: Was würdest du deinem Achzehnjährigen ich heute beim Glas Wein empfehlen?

00:03:16: Oder was würdest du ihm sagen?

00:03:19: Da bin ich tatsächlich gerade mitten in der Diskussion, was ich denn meinem Sohn empfehlen würde.

00:03:25: Jetzt versuche ich das mal auf mich zu beziehen.

00:03:28: Ich glaube, wir können heute die Tragweite der Digitalisierung oder das Einsatz von KI noch nicht abschätzen, von daher sich auf einzelne Themen zu spezialisieren, die aktuell gerade on vogue sind, ob es das Programmieren von JetGPTs sind oder von Avatarn oder ähnlichem.

00:03:49: Ich würde tatsächlich sagen, eine Offenheit für Technologie, für Neues.

00:03:54: Und jetzt ist es gerade die KI, die so boomt.

00:03:57: Morgen wird das eine Facette davon sein oder etwas anderes, also offen zu sein für das, was da kommt, sich mit den Themen auseinanderzusetzen und dann auch immer wieder zu reflektieren, mache ich das Richtige, passiert gerade das Richtige, das würde ich empfehlen.

00:04:14: Die jungen Leute haben ja so viel Chancen auch sich breit aufzustellen.

00:04:17: Also ich glaube, wir müssen uns da für diese Generation auch, wenn die auch motiviert sind, keine großen Sorgen machen, auch dumm die Zukunft.

00:04:26: Noch mal zurückgeblickend, auf deine berufliche Entwicklung.

00:04:30: Gibt es irgendein Moment, der unangenehm war?

00:04:33: Gibt es einen peinlichen Moment in deinem Berufsleben oder ist alles so glatt gelaufen?

00:04:37: Oder würdest du auch sagen, das hättest du dir wirklich sparen können?

00:04:40: oder doof, dass dir das ausgerechnet passiert ist?

00:04:44: Also wenn wir über peinlichste Momente sprechen, dann lasse ich da jetzt mal die Hosen runter.

00:04:49: Wie gut, dass das ein Podcast ist und kein Video.

00:04:53: Ich war junger Berater und war eines der ersten Male dann alleine beim Kunden, um Themen zu diskutieren.

00:05:00: Und es war spannend, ich war aufgeregt und da habe ich mich erst mal als Frau Geier vorgestellt.

00:05:07: Der Wundvater, das

00:05:07: Gedanke.

00:05:09: Ich weiß es nicht, aber das hätte ich mir sparen können, glaube ich.

00:05:12: Komm, steigen wir ein ins Thema.

00:05:14: Also etwas ernster.

00:05:15: Das Thema Transformation, also diesem konkreten Fall geht es um die Energie- und Mobilitätswende, wird ja viel darüber landauf, landab gesprochen.

00:05:23: Sind wir schnell genug, arbeiten wir mit den richtigen Prioritäten an den Themen.

00:05:28: Was glaubst du Olaf Wie?

00:05:29: Veränderungsbereit ist diese

00:05:31: Branche.

00:05:32: Ist sie schnell genug oder ist sie sogar vielleicht ein Engpass für die notwendigen Dinge, die vor uns liegen?

00:05:40: Die Frage kommt ja relativ oft auf, ist Transformationsbereitschaft, Fähigkeiten, Engpass für die Energiewirtschaft.

00:05:48: Und ich würde das gerne so beantworten, dass ich glaube, die Geschwindigkeit, die die Branche aktuell an den Tag liegt, hängt auch ein Stück weiter mit zu tun, wo wir herkommen.

00:05:57: Also die Branche hat über Jahrzehnte quasi auf Stabilität ausgelegt.

00:06:01: Stadtwerke, Netzbetreiber, Energieversorgung, auch in der Erzeugung war immer sozusagen das Rückgrat der Versorgungssicherheit.

00:06:07: Das ist auch gut so.

00:06:08: Das war in der Vergangenheit gut, das ist heute auch noch gut so.

00:06:11: Nur ist es da manchmal etwas schwierig, wenn man über lange Zeit Stabilität optimiert hat, auf einmal auf Veränderung umzuschalten.

00:06:20: ist nicht unmöglich, aber das macht es vielleicht dem ein oder anderen etwas schwierig, die Veränderung in der von uns allen gewünschten Geschwindigkeit hinzubekommen.

00:06:29: Das Zweite ist sicherlich, man muss ja sagen, Veränderung ist unbequem.

00:06:34: Das will man nur an uns selber denken.

00:06:35: Mit dem, was man in der Vergangenheit gemacht hat, was man, wie man es immer gemacht hat, tut man sich leichter.

00:06:40: Wenn man etwas verändert, kommt das mit Unsicherheit, höheren Kosten und zwingt uns dazu, Dinge zu hinterfragen, die gestern noch funktioniert haben.

00:06:49: Und dann kommt dazu natürlich nochmal diese Komplexität in der Branche, die Regulierungsthemen hat, Investitionszyklen, technische Standards.

00:06:58: All diese Faktoren können natürlich auch Veränderung ausbremsen.

00:07:02: Das letzte und das würde ich glaube ich sagen, das wird uns sicherlich helfen.

00:07:06: Ich glaube, der entscheidende Punkt ist, dass wir lernen müssen, dass Veränderung kein Ausnahmezustand ist, sondern das ist das neue Normal.

00:07:12: Wenn wir das anerkennen, dass Veränderung kein Staat und keine Ende hat, sondern wir kontinuierlich in der Veränderung leben, wenn man das für sich sozusagen verinnerlicht hat, ist das glaube ich ein großer Schritt in Richtung Transformation und Veränderung.

00:07:27: Alles, was du beschreibst, ist ja richtig.

00:07:29: Aber was bremst viele Akteuren in den Stadtwerken wirklich?

00:07:32: Also, dass es nicht vorangeht.

00:07:34: Ich glaube nicht, dass es der fehlende Wille ist, sondern in Teilen ist es natürlich auch, hängt es von dem System in der Energiewirtschaft ab.

00:07:42: Auf der einen Seite ist das Thema wirtschaftliches Handeln.

00:07:46: Eins, was den Energieversorgern den Stadtwerken auffällig ist.

00:07:49: Auf der anderen Seite ist es die kommunale Daseinsvorsorge.

00:07:52: Das ist ein Spagat, der unglaublich anspruchsvoll ist.

00:07:56: Sondern du musst auf der einen Seite drüber nachdenken, was ist technisch möglich, was ist marktseitig möglich und was ist auch wirtschaftlich der richtige Weg.

00:08:06: und dann... Muss ich aber auch noch mit berücksichtigen, was ist denn politisch durchsetzbar?

00:08:11: Und bitte nicht so zu verstehen, dass politisch irgendwie die Bremser da sind, in keinster Weise, aber es erfordert einen anderen Dialog, einen anderen Gespräch, was man führen muss, um die Sachen entscheiden zu bekommen.

00:08:24: Also das Thema... Einmal systemisch, nicht der Wille, aber der Kommunikation kommt dann ein großer Beitrag zu, sondern wer Veränderungen will, muss sie erklären, verankern in der eigenen Organisation, im Stadtrat, bei Bürgerinnen und Bürgern und dadurch entsteht eben Vertrauen und dadurch auch Veränderungen.

00:08:44: Ich höre so ein bisschen raus aus deiner Ausführung.

00:08:48: dass schon ein gewisser Hemmschuh da ist in der Branche zwischen den Zeilen.

00:08:52: Was müsste denn passieren, damit das aufbricht?

00:08:56: Ich glaube, wir müssen mehr Dialoge führen dazu über die Notwendigkeit der Veränderung, wie die Veränderung gestaltet werden kann und dann sich gemeinsam auf diesen Weg machen.

00:09:08: Und da wird es immer dazu, was ich gerade schon gesagt habe, mit der Daseinsvorsorge und der und im wirtschaftlichen Handeln, dass ein Energieversorger nicht immer alles machen kann, was wirtschaftlich sinnvoll ist und jede technische Lösung auch umsetzen kann, weil sie Implikationen auf das Stadtbild hat, auf Dividenden heute und im Vergleich zu morgen.

00:09:28: Also tatsächlich der Dialog ist, glaube ich, der richtige Weg.

00:09:32: Und das ist natürlich auch immer ein Heeresziel, auch den regulatorischen Rahmen richtig zu setzen, weil es... vermisst ja keiner weitere Transformationsthemen.

00:09:42: Die schiere Anzahl an Transformationsthemen ist ihre Stromnetzausbau, Wärmenetzausbau, Vergrünung der Erzeugung, Lösungsgeschäft, Digitalisierung, demografischer Wandel.

00:09:53: Also der Fächer ist enorm groß.

00:09:56: Darum den Dialog darüber zu führen, einen regulatorischen, richtigen politischen Rahmen zu haben.

00:10:02: Da sind schon Bausteine wie es.

00:10:04: wie es gelingen

00:10:05: kann.

00:10:05: Gibt es für dich den ehrlichen Grund, warum eine Organisation eher abwartet als verändert?

00:10:11: Na ja, man wird ja immer sagen, wenn ich mich für einen Weg entschieden habe, den man aus einer strategischen Perspektive trifft oder ähnliches, ist der Weg vielleicht so das Zielbild klar.

00:10:21: und dann ist jetzt die Frage der Weg dahinten.

00:10:24: und da trifft es ja dann auf die Organisation, wie kann das umgesetzt werden?

00:10:29: und von daher glaube ich, man muss immer die die Organisation, die Fähigkeiten, die Kapazitäten mit Berücksichtigen, um die Dinge umzusetzen.

00:10:42: Da trifft es wieder auf diese Veränderung, die es braucht.

00:10:46: Veränderung in den einzelnen Themen, also Lösungsgeschäft statt einer Commodity.

00:10:52: Erneuerbare Erzeugung statt einer konventionellen oder zusätzlich zu einer konventionellen, das hat oft mit Fähigkeiten zu tun, das hat mit Prozessen und Systemen zu tun und die müssen erst mal aufgebaut werden, um diese Veränderung auch im großen Stil zu schaffen.

00:11:05: Manchmal glaube ich aber auch, dass es das Thema ist, Wenn man sich für einen Weg entscheidet, sollte man ihn auch konsequent gehen und nicht mal so ein bisschen ausprobieren.

00:11:16: Das war sehr lange bei den Energiedienstleistungen das Thema.

00:11:20: Man kam aus einem Geschäft, wo Erzeugungen und Netze dominiert haben, die Commodity an sich auch dominierte.

00:11:27: Und jetzt hatte man so ein kleines Fenster.

00:11:28: Die Commodities, der Verkauf von Kilowattstunden sind ja nicht nur Expertinnen und Experten, die vielleicht zuhören, aber es ist der Verkauf eben der Vertrieb von Kilowattstunden Strom, Gas, Wärme wie auch immer.

00:11:40: Genau

00:11:40: so und das hat das das ist das Kerngeschäft des Energieversorgungsunternehmens gewesen.

00:11:46: und dann hat man neue Flänzchen wie einer früheren Energiedienstleistung, heute Lösungsgeschäft, wie ich es auch nennen möchte.

00:11:52: Und manchmal hat man das Problem gehabt, dass man sagt, okay, wir probieren das mal aus, hat es unzureichend mit Ressourcen ausgestattet, unzureichend auch das Know-how aufgebaut und hat dann gesagt, okay, aber die Frage ist jetzt, was soll dann passiert sein nach einem Jahr?

00:12:06: Nämlich genau nichts.

00:12:07: Das ist auch, glaube ich, ein Thema.

00:12:10: Dinge entscheiden, ein Zielbild und dann aber auch konsequent umsetzen und dann auch alles da reingeben, was es dafür braucht.

00:12:17: Rapazitäten, aber auch die richtigen Kompetenzen.

00:12:21: Also ist dein Hauptpunkt die Mentalität, die es dafür braucht?

00:12:26: Also was wäre das, wenn du eins rausnimmst?

00:12:29: Ich weiß, das ist ein komplexes Thema, aber wenn du dich so in der Priorität, du dürftest jetzt morgen eins streichen oder sagen, das ändern wir jetzt, gibt es da was?

00:12:39: Ähm, ja, Mentalität weiß ich gar nicht, aber es ist tatsächlich auch der Mut.

00:12:44: einen Mut zu gehen.

00:12:45: Ja, mit den Mutig.

00:12:48: Aber die Energiedienstleistung ist, ob sie erneuerbaren sind, ob es die digitalen Themen sind, auch wenn man der Meinung ist, dass es der richtige Weg ist, den auch konsequent zu gehen und dann auch den Mut aufzubringen.

00:13:01: Wenn du die Strukturen unserer Branche anguckst, es ist vielleicht nicht einfach so zu beantworten, aber wo endet eine gute Struktur und wo fängt aus deiner Sicht eine lämende Bürokratie auch innerhalb unserer Unternehmen an?

00:13:12: Ich würde sagen, eine gute Struktur macht aus, wenn Verantwortung ein eindeutig verankert ist.

00:13:21: Also wenn ich eine Verantwortung für das Lösungsgeschäft, eine Verantwortung für den Neuerbaren, ein eindeutig zuordnen kann.

00:13:29: Ihr kennt alle die ewig dauernde Diskussion darüber, wo im Unternehmen verankert man die Verantwortung für Wärme oder für Wasser, wo es viele Disziplinen gibt an der Stelle.

00:13:40: Aber klare eindeutige Verantwortung wäre für mich sozusagen erste Priorität in der Struktur.

00:13:48: Und zweite ist sicherlich... Fokus in der Organisation zu schaffen.

00:13:52: Wir haben in der Vergangenheit, als wir die Vertriebe dieser Welt sozusagen neu strukturiert haben, haben wir immer versucht, end-to-end alles im Lösungsraum One Face to the Customer in eine Vertriebseinheit zu bringen.

00:14:08: Da muss man heute sagen, dass Das funktioniert nicht, weil das Thema so komplex ist.

00:14:13: Ich habe vorher Strom und Gas und Wasser verkauft und dazu noch Energielösungen, PV-Auftrag, Wärmepumpelade, Infrastruktur.

00:14:20: Und es gibt nicht den einen, der sowohl in der Kilowattstunde als auch in allen Lösungsaspekten und das Spektrum ist noch breiter als das, was ich gerade aufgezählt habe, ist tatsächlich vollständig abzubilden und dem Kunden zu verkaufen.

00:14:32: Und dementsprechend... klare Verantwortung und Fokus.

00:14:36: Nicht zu viele Themen in einer zu bündeln, hat aus meiner Sicht in den vergangenen Monaten und Jahren sehr gut geklappt.

00:14:45: Na vollziehbar.

00:14:46: Das können wir sagen, als Berater.

00:14:47: gut gebrüllt, Löwe.

00:14:50: Klassische Frage.

00:14:52: Gibt es in deiner Branche oder bei dir konkret, wo du sagst, da habe ich eine Veränderung verschleppt?

00:14:58: oder da war ich jetzt auch nicht so schnell, weil ich das gewohnte?

00:15:03: doch auch gern mag.

00:15:04: Also in deiner Branche arbeiten genauso Menschen wie auf unserer Seite auch.

00:15:10: Und ihr habt das Thema sicherlich selbst auch.

00:15:14: Ja, also sicherlich auch nochmal das Thema mit dem Vertrieb von Strom und Gas und den Lösungen zusammen, wo wir selber immer sehr stark propagiert haben, dass es doch aus einer Kundenperspektive, und das würde ich heute immer noch sagen, wenn ich heute aus Kundenperspektiven einen hätte, der mir alles erklären, alles verkaufen könnte, ist das ein Segen.

00:15:33: funktioniert aber nicht in unserer komplexen Welt.

00:15:35: Von daher ist das sicherlich ein Thema, wo ich heute auch sagen würde, das hätte man eher nochmal anders machen können, weil das Ergebnis nicht so gekommen ist an der Stelle.

00:15:45: Also tatsächlich zu viel, zu groß, zu komplex ist ja auch ein Thema, wo man sagen könnte, denk einfacher in handhabbaren Elementen.

00:15:55: Das ist sicherlich etwas, wo wir heute ein bisschen anders drüber nachdenken, als vielleicht noch vor zwei oder fünf Jahren.

00:16:01: Traust dir dazu, so einen anderen Blick mal über den Tellerrand hinaus auf ein anderes Land oder eine andere

00:16:07: Branche

00:16:08: zu schauen.

00:16:09: Wo würdest du Beispiele finden, wo Wandel nicht nur erlaubt, sondern erwartet wird?

00:16:13: und gibt es auch Länder, wo es dann besser gelingt als bei uns zu Hause?

00:16:19: Da würde ich sicherlich mal nach Skandinavien schauen, weil dort die Energiewende nicht nur ein technisches, Projekt ein technisches Thema ist, sondern ein gesellschaftliches Thema ist.

00:16:29: Die Energiewende ist sehr persönlich und gesellschaftlich verankert.

00:16:33: Stadtwerke in Dänemark oder Schweden denken ganzheitlich, klar hier auch Energie, Mobilität, aber da ist halt Wohnen, Digitalisierung etc.

00:16:41: alles miteinander verbunden.

00:16:43: Und was ich dort sehe, wenn wir mit unseren skandinavischen Kollegen oder da auch mal mit Kunden sprechen, ist schon das Thema, dass die Haltung etwas andere ist.

00:16:53: Veränderung wird dort weniger als als Bedrohung gesehen, sondern eher als Chance und auch Chance, die eigene Rolle neu zu definieren.

00:17:00: Wenn das jetzt meine persönliche Einschätzung in Skandinavien, ist das etwas anders als in Deutschland, weil hier wird oft ... Gerade die Energiewende, da wird nach Staat gerufen, da wird nach, man muss jemand die Bürde abnehmen, also alle Chancen will ich mitnehmen, aber die Risiken dann erfordern, dann erwarte ich, dass jemand hilft.

00:17:22: Und dort ist es eher so, die Energiewende wird von der Breite der Gesellschaft getragen und auch umgesetzt.

00:17:28: In der Industrie kann man auch immer mal hinschauen.

00:17:31: Maschinenbau, Automobilbranche, die sich ja auch über die Jahre natürlich immer wieder neu erfinden müssen oder aktuell auch neu erfinden müssen.

00:17:38: Dort hat man sicherlich auch verstanden, dass Transformation nur funktioniert, wenn sie strukturiert abläuft.

00:17:42: Ist hier übrigens auch so, ist ja nicht so, dass es in der Energiewirtschaft nicht so ist, aber klare Verantwortung.

00:17:49: Und dann Passiert aber dort auch noch mal was, wo wir in der Energiewirtschaft noch ein bisschen besser werden könnte.

00:17:54: Man probiert Sachen aus, man hat so Piloträume, man probiert etwas aus und das darf auch gescheitert werden und man darf auch Fehler zulassen.

00:18:03: Also nicht falsch verstehen bei der Versorgungssicherheit, weil dem Kraftwerk im Netz ein Fehler passiert, das ist eine Nullfehler-Toleranz.

00:18:09: Aber da von sich etwas sozusagen zu lösen und in anderen Bereichen in Richtung Kunde, bei Kundenlösungen, Vertriebsangänger oder anderen Dingen einfach mal was ausprobieren, wenn es nicht geklappt hat, dann probiert man es halt an anderer Stelle.

00:18:22: Darum würde ich sagen, das fehlt manchmal in unserer Energiewirtschaft.

00:18:26: Man muss halt auch für sich erkennen, dass so eine Transformation kein... zehn Jahres Ingenieurplan ist, wo ich heute schon genau sagen konnte, was in zehn Jahren passiert.

00:18:35: Das ist eher sozusagen ein Lernprozess und da würde ich uns insgesamt vielleicht an der einen Stelle etwas mehr Skandinavische Gelassenheit wünschen.

00:18:44: Was würdest du anordnen, wenn du es entscheiden dürftest, also wenn du jetzt keine Rücksicht auf irgendwas, du bist jetzt, wenn du König von Deutschland wärst.

00:18:53: Das Bild gefällt mir.

00:18:56: Was würdest du vorgeben?

00:18:58: Was würdest du anordnen, damit wir auf der Reise schneller werden.

00:19:03: So schön das Bild ist, König von Deutschland zu sein und das fortzugeben, so schwierig ist die Antwort darauf.

00:19:10: Das ist so.

00:19:11: Also große Herausforderung des gesamten, die Transformation des energiewirtschaftlichen Systems ist nicht trivial und muss alle Facetten berücksichtigen, wenn ich da ein Steinchen umdrehe, bewirkt das auf der anderen Seite etwas.

00:19:23: Aber ich glaube, ich würde vorgeben, dass ein Masterplan aus energiewirtschaftlicher Sicht erarbeitet wird, der allerdings auch von mehr als ein Zielbild skizziert ist und dann das Machbare genauso mit berücksichtigt, nämlich was macht das mit den Unternehmen, aber was macht das auch mit den Bürgerinnen und Bürgern, um da ein realistisches Bild zu skizzieren, was man dann abfährt.

00:19:49: Ich kann jetzt nicht sagen, das sind die drei Punkte, die man genau machen müsste, aber das wäre, glaube ich, ein energiewirtschaftlichen Masterplan, Und dann tatsächlich auch einen nachvollziehbaren, machbaren und akzeptierbaren Weg für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

00:20:05: Also ist dieser Wandel für dich auch eher ein langer Prozess und nicht nur eine Entscheidung?

00:20:12: Absolut.

00:20:13: Wir enden bei uns im Podcast immer positiv und wollen auch nicht mit destruktiven Blick in die Zukunft enden.

00:20:21: Was motiviert dich?

00:20:23: Was macht dir Spaß?

00:20:24: Warum hast du Lust, jeden Morgen aufzustehen und deinen Job zu machen oder die Reisereien auf dich zu nehmen?

00:20:32: Was treibt dich an?

00:20:35: Es treibt mich sicherlich an, am Großen und Ganzen mitzuwirken.

00:20:38: eine Idee für das große Ganze zu entwickeln und daran mitzuwirken, aber dabei auch tatsächlich sehr irdische Herausforderungen bei den Energieversorgern bei den Stadtwerken zu lösen.

00:20:53: Aber wenn ich mir vielleicht Was wünschen dürfte für die Branche?

00:20:57: Wo soll die Branche in zehn Jahren stehen?

00:20:59: Wünschen darfst du dir alles?

00:21:00: Wunderbar.

00:21:01: Dann wünsche ich mir, dass wir tatsächlich in zehn Jahren eine Branche sehen, die sich neu erfunden hat.

00:21:06: Und zwar nicht, weil sie es musste, weil jetzt die nächste Regulierung kommt und deswegen etwas nicht mehr machen darf oder darf, sondern weil sie es wollte.

00:21:14: Das finde ich gut.

00:21:14: Ich

00:21:14: glaube, wir sind gar nicht auf so einem schlechten Weg, aber ... Nein,

00:21:17: glaube ich auch nicht.

00:21:18: Es ist natürlich auch nicht so, dass ... es nur Schlechtes gibt.

00:21:21: Es gibt sehr viele gute Beispiele, wie das gemacht wird.

00:21:23: Das ist ja nichts Negatives, sondern ich glaube, das würde ich mir wünschen für die zehn Jahre und ich glaube, dass Stadtwerke zur echten Plattform werden können für Energie, für Mobilität.

00:21:34: für Wärme, Wasser, Daten etc.

00:21:36: Wir haben ja auch for Civitas Connect, tolle Beispiele gehört wie man Datenplattformen managen kann.

00:21:42: Also da tatsächlich Energiewirtschaft sich als Plattformen zu verstehen und das zweite dabei ist auch menschlich zu bleiben.

00:21:52: Man kann die Energiewende immer technologisch erklären, regulatorisch erklären, marktwirtschaftlich, aber am Ende Geht es auch darum, dass man Leute mit einem Lebensqualität hat?

00:22:04: Von daher, das wäre der zweite Wunsch dazu.

00:22:08: Die Menschlichkeit in der Energiewende wäre vielleicht ein eigener Podcast, darüber noch mal zu diskutieren.

00:22:14: Aber erst mal mit dir entfielen.

00:22:15: Vielen Dank, Olaf, für deine Klarheit und deine Perspektive zu diesem Wandel-Energie-Wirtschaft.

00:22:20: Ich finde, es ist rausgekommen.

00:22:21: Ein spannendes Feld, das alle Menschen betreffen wird.

00:22:24: Es ist ein tolles Feld und wir haben noch nicht mal über die Mobilitätswende, die ja auch viele Stadtwerke auch noch vor der Brust haben.

00:22:30: Haben wir gar nicht gesprochen.

00:22:31: Vielleicht dann irgendwann mal später auch mal über das Thema Mobilität.

00:22:34: Wir bewegen uns in den nächsten Jahren auch von Anath B. Und so dann lang wieder ein.

00:22:41: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert uns am Podcast.

00:22:43: Er fehlt uns weiter und lasst vielleicht sogar einen Like da.

00:22:46: Vielen Dank.

00:22:46: Ja, auch von meiner Seite.

00:22:47: Ganz herzlichen Dank, Olaf fürs Gespräch.

00:22:50: Das war's schon wieder, unser Podcast mit Haltung und Trocken.

00:22:52: Bleibt neugierig, bleibt mutig, bleibt im Gespräch, alles Gute.

00:22:56: Tschüss.

00:22:56: Danke euch.

00:22:57: Tschüss bis bald, ciao.

00:22:57: Das war mit Haltung

00:22:58: und Trocken.

00:23:02: Ein Podcast der Ruppertaler Stadtwerke.

00:23:04: Mit Markus Hilkenbach und Markus Schlomsky.

00:23:07: In der nächsten

00:23:08: Folge begrüßen wir Henna Pasch, Präsident der Bergischen IHK und Geschäftsführer der Firma Vortex.

00:23:13: Eine Folge über Strukturwandel und wie man Veränderung nicht nur aushält,

00:23:17: sondern aktiv

00:23:18: gestaltet.

00:23:19: Hat euch die Folge gefallen?

00:23:21: Dann freuen wir uns über eure Bewertung und über eure Gedanken auf Social Media.

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