Ingbert Liebing (VKU): Transformation des Systems - zwischen Anspruch und Machbarkeit.
Shownotes
Unser Thema: Transformation des Systems – zwischen Anspruch und Machbarkeit. Was ist politisch gewollt, was technisch möglich – und was braucht es, damit beides öfter zusammenkommt? Unser Gast: Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU Verbands kommunaler Unternehmen LinkedIn: linkedin.com/in/ingbert-liebing-598192227 Website: https://www.ingbert-liebing.de
Die Transformation des Energiesystems gilt als eines der ambitioniertesten Projekte unserer Zeit. Politische Zielbilder sind klar formuliert – doch in der Praxis stoßen Technik, Prozesse und Organisationen immer wieder an ihre Grenzen. Vieles ist politisch gewollt, manches technisch möglich, anderes scheitert an Systemlogiken, Genehmigungen oder fehlender Umsetzungskraft. Doch wo liegen die entscheidenden Brüche? Und was müsste sich ändern, damit Anspruch und Machbarkeit häufiger zusammenfinden? In dieser Folge sprechen wir mit Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU, über die Realität hinter den Schlagworten: Wo zeigt sich die Diskrepanz im Alltag zuerst? Welche politischen Erwartungen sind technisch kaum leistbar – und umgekehrt? Welche Systemgrenzen bremsen die Transformation am stärksten? Wo braucht es mehr Ehrlichkeit – auch auf die Gefahr hin, unbequem zu werden? Und was würde den größten Unterschied machen, wenn man es konsequent angeht? Ein Gespräch über Ambitionen, Realitäten und Verantwortung und darüber, wie Transformation gelingen kann, wenn Politik, Branche und Technik wieder stärker zusammengedacht werden.
Mit Haltung und trocken - der Zukunftstalk mit Markus und Markus. Ein Podcast der WSW Wuppertaler Stadtwerke. https://www.linkedin.com/company/wsw-wuppertaler-stadtwerke-gmbh/?viewAsMember=true Dezember 2025
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00:00:05: Mit Haltung
00:00:05: und Trocken,
00:00:06: der Zukunftstalk mit Markus und Markus.
00:00:13: Heute zu Gast,
00:00:14: Ingbert Liebeln.
00:00:19: Herzlich willkommen zu Mit Haltung und Trocken, der Zukunftstalk mit Markus und Markus.
00:00:23: Ich bin Markus Hülkenbach, Vorstandsvorsitzender der Wuppertader Stadtwerke.
00:00:27: Und ich bin Markus Schlomsky, Arbeitsdirektor der WSW.
00:00:30: Hallo und herzlich willkommen auch von mir.
00:00:31: Heute
00:00:32: haben wir ein sehr spezielles und sehr interessantes Thema, wie ich finde.
00:00:35: Es ist ein Thema, das in Berlin oft sehr einfach klingt und in der Praxis vor Ort häufig Hindernisläufe mit sich bringt.
00:00:45: Es geht um das Thema Transformation unseres Energiesystems, also zu diskutieren darüber zwischen politischen Ansprüchen, technischen Grenzen und sehr unterschiedlichen Realitäten vor Ort.
00:00:56: Und das dürfen wir heute zusammen mit Ingrid Liebing diskutieren, unser Gast heute.
00:01:01: Ingrid Liebing ist Hauptgeschäftsführer des VKU, verband kommunale Unternehmen.
00:01:06: und damit prädestiniert, weil er jeden Tag zu diesem Thema erfährt und erlebt, wie Entscheidungen entstehen, wo es hakt und was tatsächlich vorankommt und was nicht.
00:01:16: Lieber Engbitt, super, dass du da bist.
00:01:18: Herzlich willkommen.
00:01:20: Sehr gern.
00:01:20: Moin.
00:01:21: Aber bevor wir jetzt die Systemfrage wagen, klären wir erst mal die Weinfrage.
00:01:25: Heute haben wir ein Glas Sauvignon Blanc aus Heilbronn.
00:01:29: Klingt das gut für dich?
00:01:30: Ist das was für dich?
00:01:31: Haben wir den Geschmack getroffen?
00:01:32: Oder ist er abends ein Bier oder ein Rotwein?
00:01:34: Oder ist das auch mit dem Weißwein okay?
00:01:36: Klasswein ist immer gut für dich.
00:01:38: Kann ich probieren.
00:01:39: Zum Wohl.
00:01:39: Zum
00:01:40: Wohl.
00:01:42: Ja, sehr gut.
00:01:42: Schmeckt
00:01:43: er dir?
00:01:43: Eine gute Wahl.
00:01:44: Super.
00:01:44: Perfekt.
00:01:45: Dann ist das schon mal ein guter Start.
00:01:47: So, bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, starten wir immer so ein bisschen um dich, den Hörerinnen und Hörern, ein bisschen näher zu bringen mit ein paar persönlichen Fragen, die mit dem eigentlichen Thema erstmal nichts zu tun haben.
00:01:58: Da gehe ich gleich rein, lieber Englert, was war dein erster Job und was hast du daraus fürs Leben gelernt?
00:02:05: Mein erster regulärer Job nach Abschluss der Studiums war Referentenposition als Büroleiter und persönlicher Referent beim Oppositionsführer im schleswig-holzstädtischen Landtag.
00:02:17: Was ich da gelernt habe, ist vor allem, wie Organisationen ticken.
00:02:21: Das ist recht eine Landtagsfraktion mit frei gewählten Abgeordneten, mit Individuen, die aber zu einem Team zusammenspielen müssen, aber eben auch Politik gelernt dabei.
00:02:34: Es war schon eine sehr lehrreiche Zeit.
00:02:38: Ja, das war der erste reguläre Job.
00:02:40: Aber eigentlich nach dem Abitur gehört auch der Wehrdienst mit dazu, den ich abgeleistet habe.
00:02:44: Ganz
00:02:45: aktuelles Thema.
00:02:46: Deswegen sage ich das.
00:02:47: Aktuelles Thema.
00:02:49: Und in der Rückschau würde ich mal sagen, mir hat es nicht geschadet.
00:02:52: Wärst du dafür heute, gehört jetzt gar nicht zum Thema.
00:02:54: Wärst du dafür, das wieder einzuführen?
00:02:56: Absolut.
00:02:58: Ist es leider notwendig?
00:02:59: Ja.
00:03:00: aus Sicherheitsgründen.
00:03:01: Wir müssen mehr dazu beitragen, selber unsere Freiheit zu verteidigen.
00:03:05: Wenn wir frei leben wollen, so wie wir das gewohnt sind, die Werflicht trägt dazu bei, dass alle ihren Beitrag
00:03:12: lassen.
00:03:12: Das finde ich auch.
00:03:12: Ob man Zivildienst oder Werdienst dann macht, ein Jahr?
00:03:16: Gut, Zivildienst, Ersatzdienst wäre dann die logische Konsequenz, dass es diese Möglichkeit auch gibt.
00:03:22: Aber mal ein Jahr für die Gesellschaft einzusetzen kann
00:03:25: ich schaden.
00:03:26: Und gerade jetzt auch bei dem Notstand, den wir auch in Krankenhäusern Pflegeeinrichtungen haben, es ist vielleicht auch gar nicht so schlecht,
00:03:31: wenn
00:03:32: die nächste Generation sich auch ein bisschen einbringt.
00:03:35: Ich meine, dadurch, da kommst du ja natürlich aus einer optimalen Stadt, was dem Wehrdienst angeht, weil viele meiner Freundinnen, meine Freunde waren, sind Sonntags in den Zug gestiegen und nach Neuemünster in die Kasernen gefahren.
00:03:46: Also da hat ja Neuemünster einiges mitgemacht.
00:03:48: Genau,
00:03:48: da hab ich auch meinen Wehrdienst... Also
00:03:51: Heimschläfer.
00:03:53: Nach
00:03:53: der Grundausbildung, die ich in Bad Seegeberg ohne Heimschläfer starte, hatte dann tatsächlich... Ja,
00:04:00: das schließt sich auch meine zweite Frage an.
00:04:02: Bei diesem bewegten politischen Leben, Gibt es denn auch eine berufliche Entscheidung, die du heute im Blick in den Brückspiegel anders treffen würdest?
00:04:11: Ja, in der Politik hat man ja auch einen Auf und Ab.
00:04:15: Und ich hab mich auch mal auf einen politischen Weg begeben, der dann nicht erfolgreich war.
00:04:19: Er war zwei Jahre lang Landesvorsitzender der Ziedel in Schlössig-Holstein und war schon nominiert als Ministerpräsidentenkandidat.
00:04:26: Und dann lief es nicht so und dann haben wir wieder gewechselt.
00:04:29: Und dann hat Daniel Günther das übernommen und er hatte dann den Erfolg.
00:04:34: Das Learning daraus, für mich, prüfe dich, bevor du eine Rolle übernimmst, eine Aufgabe nimmst, ob sie wirklich passt.
00:04:42: Damals passt es halt nicht.
00:04:44: Und bei meinem letzten Wechsel von der Politik zum Verband der kommunalen Unternehmen habe ich mich auch intensiv geprüft, weil das nun ganz besondere Schritt war.
00:04:53: Totaler Seitenwechsel.
00:04:56: Aber ich würde mal sagen, das hat gepasst.
00:04:58: Jedenfalls fühle ich mich seit fünf und ein halben Jahren beim VKU sehr wohl.
00:05:02: Das
00:05:02: dürfen wir als Mitglied sagen, das passt sehr, sehr gut.
00:05:04: Das passt sehr gut.
00:05:07: Jetzt darf ich sagen, wir kennen uns ja jetzt ein bisschen und so weiter, aber ich habe mich ja auch noch mal intensiv vorbereitet, was man zumindest lesen kann über dein Lebenslauf und so weiter.
00:05:18: Wirklich eine tolle Karriere auch hingelegt.
00:05:20: Du warst ja mal Bürgermeister auf Sylt.
00:05:23: Du warst Landtagsabgeordneter lang und so.
00:05:25: Also hast viel gesehen.
00:05:26: Du hast gerade von einem Misserfolg gesprochen.
00:05:28: Es ließ sich nicht so.
00:05:30: Also du hast schon eine tolle Karriere auch bis heute dann auch VKU Chef hingelegt.
00:05:36: Ich erlebte dich aber als sehr... Abgeklärt sehr ruhigen Menschen immer, wenn wir zusammenkommen, egal was für ein Thema es ist oder welche Angriffe gerade Richtung VKU in so einem Verband mit vielen unterschiedlichen Meinungen, Alphatierchen und so weiter zusammenkommen.
00:05:52: Was würdest du sagen, was bedeutet für dich heute Erfolg im Vergleich zu früher, wo du ja sicherlich um diesen Weg überhaupt zu gehen, sehr viel Motivation, auch Kampfgeist in dein Weg reingelegt hast?
00:06:04: Was hat sich geändert oder hat sich überhaupt was geändert?
00:06:07: vielleicht eins, was sich nicht geändert hat, ist Erfolg ist, wenn ich auf abgeschlossene Projekte zurückblicken kann und sagen kann, das hat gut funktioniert, das hast du dir vorgenommen, das hast du durchgesetzt, das hast du erreicht.
00:06:21: Also wenn ich auf manche Projekte aus meiner Bürgermeisterzeit auf Sylt zurückdenke, was wir da geschafft haben, wenn ich das heute erlebe, ich bin ja nach wie vor dort privat noch zu Hause, dann sage ich, das war Erfolg.
00:06:34: In der Politik sind wir eher darauf getrimmt, dass Erfolg gemessen wird an Funktionen und Karrieren.
00:06:42: Du hast eine Station erreicht und dann ist sofort der Druck auch da.
00:06:46: Was kommt denn danach?
00:06:48: Wie machst du da Karriere, um mit einer neuen Funktion dann auch wieder mehr durchsetzen zu können?
00:06:54: Also ich war Bundestagsabgeordneter, dann war ich Fachsprecher für Kommunalpolitik für Jahre und dann war auch die Frage, was kommt denn dann?
00:07:03: Das muss ich jetzt alles nicht mehr haben.
00:07:06: Insofern ist das das andere.
00:07:08: Ich bin zufrieden mit dem, was ich jetzt beim VKU mache und kann mich jetzt wieder darauf konzentrieren zu sagen, ich habe Erfolg, wenn ich bestimmte Themen durchsetze, die für unsere Mitglieder im Verband wichtig sind.
00:07:21: an guter Gesetzgebung mitzuwirken, blödsinn zu verhindern manchmal auch, wenn mal wieder völlig unrealistische Ideen da aufkommen.
00:07:33: Und wenn ich sage, da haben wir Punkte setzen können für die Daseinsvorsorge, für die Kommunalwirtschaft, für die Stadtwerke, dann ist das gut.
00:07:42: In deinem normalen Arbeitsalltag, der ist ja turbulent genug, gerade jetzt in dieser Zeit der Energiewende, das was uns alle umtreibt, das wird jeden Menschen auch in seinem Alltag betreffen, gibt es da irgendwelche Sätze, die im Kopf bleiben, positiv oder negativ?
00:07:55: Ja, in der Tat, so fallen mir spontan so zwei Sätze auf.
00:08:00: der Erste von Angela Merkel.
00:08:03: Alles hängt mit einem zusammen und das heißt ganzheitlich denken, nicht nur Hier ist mein Interesse und da ist dein Interesse.
00:08:10: Ich gucke nur auf mein Interesse.
00:08:12: Nehmen wir die aktuelle energiepolitische Diskussion, nicht nur auf erneuerbare Energien und deren Ausbau zu setzen, sondern auch die Netzanforderungen, die Versorgungssicherheit, die Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz, die Gesamtsystematik in den Blick zu behalten.
00:08:26: Das mache ich mit diesem Satz von Angela Merkel fest.
00:08:29: Alles hängt mit
00:08:29: allen zusammen.
00:08:30: Hast du sie mal kennengelernt persönlich?
00:08:32: Ja, also in den Zwölfjahren.
00:08:33: Sorry,
00:08:34: dass ich da rein gräte.
00:08:37: In den zwölf Jahren im Deutschen Bundestag waren wir Fraktionskollegen.
00:08:43: Da hatte ich mit ihr zu tun und vor allem in den vier Jahren, als ich auch Vorsitzender der kommunalprägischen Vereinigung von CDU und CSU war, in der Funktion auch Mitglied im Parteivorstand, das ist dann nochmal ein kleineres Gremium als die große Fraktion.
00:08:57: Also da hatte ich dann auch eine gewisse Nähe zu ihr gehabt.
00:09:00: Und ist es was vorher besser als heute?
00:09:04: Du darfst kannst die Antwort auch verweigern.
00:09:08: Aber es ist schon etwas gespalten.
00:09:12: Einerseits habe ich höchsten Respekt vor ihrer Lebensleistung.
00:09:17: Den Weg, den sie gemacht hat und sechzehn Jahre Kanzlerschaft.
00:09:22: Das schafft nicht jeder.
00:09:25: Da schaffen nicht viele.
00:09:26: Sie hat es geschafft und sie hat auch viel Gutes geschafft.
00:09:29: Ich sehe auch, dass wir heute mit Aufgaben und Herausforderungen zu tun haben, die etwas damit zu tun haben, dass notwendige Entscheidungen in den vergangenen Jahren unterblieben sind, gerade was Sicherstellungen unserer Infrastruktur anbelangt.
00:09:42: Wenn wir heute vor allem gewaltigen Investitionsbedarf stehen, dann hat es eben damit zu tun, dass wir eben zu wenig investiert haben und zu viel auf Zukunft gelebt haben.
00:09:53: Aber noch den Satz von Herrn Kuhn, den ich gerne noch lösche.
00:09:59: Entscheidend ist, was hinten rauskommt, hat er gesagt.
00:10:06: Aber auch da, was heißt das?
00:10:08: Das heißt auch für uns und heute in meiner Praxis, in unserer Praxis müssen wir das Ziel im Blick haben.
00:10:17: Das ist schon entscheidend.
00:10:18: Aber manchmal eben auch ein Schritt nach links, ein Schritt nach rechts und nach vorn.
00:10:23: Es geht nicht immer nur der eine straighte Weg.
00:10:27: von vorne ran, dann läuft man manchmal gegen eine Wand und die Wand ist härter.
00:10:32: Man muss auch mal wieder einen Schritt zurück zur Seite und entscheidend ist das Ergebnis.
00:10:37: Das Ergebnis zählt, ob ich das Ziel erreiche und das hat er mit diesem Satz.
00:10:42: entscheidend ist, was hinten rauskommt.
00:10:44: Sehr gut zum Ausdruck gebracht.
00:10:46: Aber wenn ich so sagen darf, man kann es nicht nur vom Ziel her denken und das leitet über jetzt auch ins Thema der Transformation der Energiewende.
00:10:56: Wo stehen wir heute?
00:10:57: Was glaubst du zwischen Anspruch, Wirklichkeit, zwischen dem gerade genannten Ziel und dem Momentum, dem Status quo, wo stehen wir heute aus deiner Sicht?
00:11:07: Das passt vielleicht noch ein dritter Spruch aus den politischen Erfahrungen von Wolfgang Schäuble.
00:11:12: Man könnte meinen, du wärst CDU-Nah, aber...
00:11:19: Das ist ja auch so.
00:11:20: Wolfgang Schäuble hat von einem Rondivou mit der Wirklichkeit gesprochen, das ist immer mal wieder passiert.
00:11:25: Also, sich zu lösen von Traumtänzereien, irgendwann kommt man an der Wirklichkeit nicht vorbei.
00:11:33: Und ich glaube, in der Energiepolitik, in der Energiewende, in der Transformation sind wir an so einem Punkt jetzt angekommen.
00:11:40: dass wir auf der einen Seite ehrenwirte Ziele haben, die ich überhaupt nicht infrage stellen will.
00:11:45: Das Ziel Klimaneutralität ist gesetzt und all diejenigen, die meinen, das sei alles Tinev oder so, das kann ich nur sagen, weit gefehlt, nein, das muss das Ziel auch bleiben.
00:11:55: Aber wir stellen halt fest, dass manche anderen Zwischenziele auf dem Weg dorthin zwar vielleicht auch gut gemeint waren, aber alle kolossal verfehlt werden.
00:12:06: Was haben wir nicht in den letzten Jahren alles an Zielsetzungen erlebt?
00:12:10: Fünfzehn Millionen E-Autos bis zwanzig dreißig auf der Straße.
00:12:13: Werden wir, stand heute nie und nimmer erleben.
00:12:16: Sechs Millionen Warme pumpen bis zwanzig dreißig war das politisch gesetzte Ziel.
00:12:21: Er hat nicht gefragt, ist das realistisch, sondern es war ein politisches Ziel.
00:12:25: Die Ausbauziele jedes Jahr fünfhunderttausend Warme pumpen haben wir bisher noch in keinem Jahr erreicht.
00:12:31: oder Wasserstoff-Elektrolyse, zehn Gigawatt werden wir bis zwanzig dreißig auch nicht sehen.
00:12:37: Jetzt stellen wir fest, dass die Wirklichkeit halt eine andere ist, dass manches auch etwas schwieriger ist, mühseliger,
00:12:43: auch teurer
00:12:44: und mehr Zeit kostet.
00:12:46: Und das ist halt die Anerkennnis der Wirklichkeit, mit der wir jetzt umgehen müssen und aus der wir auch Konsequenzen ziehen müssen.
00:12:54: Und das ist ja auch gerade aktuelles Thema in der Energiepolitik.
00:12:58: Wo ist Korrekturbedarf?
00:13:00: Welche Diskrepanzen fallen die da als erstes auf?
00:13:03: Ist das eher so politischer Wille?
00:13:06: von Politikern, uns auch mal die Wahrheit zu sagen, zu sagen, was muss auch gemacht werden, auch die Kommunikation auch in die Bevölkerung.
00:13:11: ist es so, dass technische Können haben wir überhaupt nicht die Kapazitäten, um die Energiewende auch wirklich in den Boden zu bringen oder auf die Straße zu bringen oder in die Ladestation zu bringen?
00:13:20: oder ist es auch die gesellschaftliche Akzeptanz, dass die Menschen auch nicht mehr verstehen, was kommt denn da aus Berlin, aus Brüssel, was gibt es alles dafür?
00:13:28: Verordnung und dass man irgendwie vergessen hat, die auch mitzunehmen.
00:13:32: Ich würde fast sagen von allem etwas, technisch.
00:13:35: glaube ich, geht ganz viel.
00:13:37: Und wenn es oft genug heißt, technisch geht das alles nicht.
00:13:42: Wir haben inzwischen so viele technologische Entwicklungen gesehen.
00:13:46: die vor zehn Jahren keiner für möglich gehalten hätte.
00:13:49: Das Smartphone gab es vor zwanzig Jahren noch nicht, hätte keiner für möglich gehalten.
00:13:54: Jetzt ist das Gang und Gebe und Praxis.
00:13:57: Die erste Windkraftanlage Grovian in Dittmarschen hat nicht eine Kilowattstunde Strom ins Netz eingespeist.
00:14:04: Totaler Fehlschlag, viel Geld verbrannt.
00:14:06: Aber man hat weitergearbeiteter technologischer Entwicklung und heute ist Windkraft eine gängige Technologie, um Strom zu erzeugen in unserem Land.
00:14:15: Also technologisch, technisch geht viel.
00:14:17: Aber es gibt halt praktische Notwendigkeiten und Hürden, die manchmal eben härter sind als irgendwelche politisch gesetzten Ziele.
00:14:28: Unternehmen sagen uns wie Siemens, wenn ihr neue Kraftwerke bauen wollt, dann bestellt jetzt die Generaturen.
00:14:33: Wir sind auf einem Weltmarkt.
00:14:35: und haben Jahre Lieferzeiten.
00:14:37: Also die Vorstellung, die manche dann haben, wir schreiben im nächsten Jahr neue Kraftwerke aus und ein Jahr später werden die gebaut und drei Jahre später sind die fertig.
00:14:46: Also das stößt auch dort, was Lieferketten anbelangt, ähnliches an Grenzen.
00:14:52: Auch die Frage von personeller Verfügbarkeit.
00:14:55: ist ja auch eine Restriktion.
00:14:57: Wo sind all die Handwerker, die am Ende alles Öppewerkstelligen sollen?
00:15:01: Wir sprechen in den Stadtwerken davon, dass das Investitionsvolumen in den nächsten Jahren sich verdreifachen, vervierfachen, verfünffachen wird.
00:15:10: Was das alles heißt bei der Ausbau der Fernwerbe.
00:15:12: Das sind alles Tiefbaumaßnahmen.
00:15:14: Da müssen Rohre in die Erde gelegt werden.
00:15:17: Wir haben heute schon allein bei den Reparaturen, beim normalen Geschäft schon Schwierigkeiten die Handwerksfirmen zu bekommen.
00:15:23: Wenn sich das verdreifachen soll, wo sollen die alle herkommen?
00:15:26: Also das sind einfach praktische Aufgaben der Realität, der man Rechnung tragen muss.
00:15:33: Und man kann ja auch nicht eine ganze Stadt gleichzeitig lahmlegen und in jeder Straße gleichzeitig
00:15:38: putteln.
00:15:39: Also für uns wäre es nicht so günstig.
00:15:42: Hast du eine Prioritätenliste, wo du, wenn du in deinen Gesprächen auch mit der Politik und so weiter bist, mit den Lobbystrukturen, hast du eine Prioritätenliste, was du als wichtigsten Punkt, als Diskrepanzpunkt siehst?
00:15:58: Du hast ein paar Beispiele genannt.
00:15:59: Ist das aktuelles Kraftwerksthema?
00:16:01: Ist es das Netzausbauthema?
00:16:03: Ist es das Finanzielle?
00:16:05: Weil das ist ja auch sehr unterschiedlich von Stadt und Region zu Region.
00:16:09: Ja.
00:16:11: Also das Besondere ist, wir haben im Moment ganz viele Bälle, die gleichzeitig in der Luft sind, die wir halten müssen oder die wir spielen müssen.
00:16:19: Es ist nicht so, dass wir eine Agenda haben und nacheinander die Themen abarbeiten, sondern auch hier, alles hängt miteinander zusammen.
00:16:28: muss gleichzeitig bearbeitet werden.
00:16:29: Das Finanzierungsthema, das regulatorische Thema.
00:16:33: Je nach Gesprächspartner, da ist der Bundestag jetzt zum Beispiel sehr arbeitsteilig organisiert.
00:16:37: Es ist nicht ein Abgeordneter, der nun für alle Themen zuständig ist, sondern der eine sitzt im Haushaltsausschuss, mit dem rede ich übers Geld, der andere sitzt im Energieausschuss, mit dem rede ich dann übers Energiewirtschaftsgesetz und mit dem dritten, der im Umweltausschuss sitzt, reden wir dann über die Wasser.
00:16:54: dem, wo wir auch Investitionsbedarf haben, also er findet viel gleichzeitig statt.
00:16:59: Macht es nochmal eine Nummer heraus von einem.
00:17:02: Welche politische Erwartung hältst du denn aktuell für am weitesten von der Realität entfernt?
00:17:07: Ja, also vielleicht ist es die Vorstellung, dass wir aus der Kohle-二zig-dreißig aussteigen.
00:17:15: Weil das, was dafür notwendig ist an Ersatzkraftwerken, die wir brauchen, das ist ja nun Diskussionspunkt seit mehreren Jahren, dass wir wasserstofffähige Gaskraftwerke brauchen.
00:17:28: Jahren jetzt diskutiert, aber wir kommen nicht voran.
00:17:31: Jetzt roppen wir uns so langsam wieder näher und die Signale sind da, dass es nächstes Jahr damit Ausschreibung losgehen kann.
00:17:37: Aber sie
00:17:37: werden dann ja nicht da sein.
00:17:39: So,
00:17:39: ob die dann schon zwanzig, dreißig in dem Umfang vor allem gleichzeitig da sein werden.
00:17:44: Und das ist eine Größenordnung von zehn, fünfzehn Kraftwerken je nach Dimension.
00:17:48: Macht
00:17:48: ihr das sorge energiewirtschaftlich, kapazitätsmäßig, um das auch ein bisschen jetzt für die Hörerinnen und Hörer, die jetzt sich jetzt nicht jeden Tag damit beschäftigen, aber Es gibt ja schon Berechnungen, die sagen, es gibt eine Lücke, wenn wir die Kraftwerke nicht ans Netz kriegen.
00:18:04: Also ich mache mir in dem Sinne keine wirklichen Sorgen um Versorgungssicherheit, die wird schon gewährleistet werden.
00:18:12: Aber wir zahlen dafür Preise.
00:18:15: Das eine ist, dass dann gegebenenfalls coole Kraftwerke länger laufen und wird damit dem Klima nichts Gutes tun, dass wir damit auch Zertifikate verbrauchen, die dann später fehlen und damit den Zertifikatspreis nochmal anheben werden.
00:18:32: Wir haben einen europäischen Binnenmarkt, wir können natürlich auch Strom importieren.
00:18:37: Freuen sich die Nachbarn aber auch nicht.
00:18:40: Weil wir dann dort auch die Preise hochtreiben, die Energiekosten.
00:18:44: Schweden hat vor einem Jahr massiv protestiert, als wir in einer Dunkelfleite ganz viel Strom aus Schweden importiert haben.
00:18:51: Also es hat alles ja für und wieder.
00:18:53: nur die Menschen brauchen sich keine Sorgen, um Versorgungssicherheit zu machen.
00:18:57: Die wird schon gewährleistet
00:18:59: sein.
00:18:59: Wichtige Aussage.
00:19:00: Aber uns läuft ja auch ein bisschen die Zeit davon.
00:19:02: Du musst ja sagen, die Zeit rennt.
00:19:03: Wir haben jetzt, wir verabschieden uns langsam vom Jahr fünfundzwanzig bis zwei Tresunddreißig ist nicht mehr lange her.
00:19:10: Welche Systemgrenzen bremsen denn die Transformation am stärksten?
00:19:13: Sind das eher so Genehmigungen oder ist es der Netzbau an sich?
00:19:17: Sind das die Marktregeln?
00:19:19: Sind es vielleicht auch Fachkräfte?
00:19:20: Oder ist es auch?
00:19:21: geht es auch um Finanzierung?
00:19:22: Weil da muss ja auch unglaublich viel Geld investiert werden, um diese gerade von dir beschriebenen Kraftwerke auch überhaupt zu bauen.
00:19:30: Also ich glaube, dass wir bei den Genehmigungsverfahren in den vergangenen Jahren guten Schritt vorangekommen sind.
00:19:36: Da hat auch die Ampelkoalition, auch der grüne Energieminister Robert Habeck viele Hürden beiseite geräumt.
00:19:44: Und das hören wir auch, dass die Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien deutlich kürzer geworden sind.
00:19:51: Das ist gut.
00:19:54: Aber Finanzierung ist insofern gerade auch bei uns in den Stadtwerken ein wichtiges Thema.
00:20:00: Wenn ich eben davon sprach, dass sich das jährliche Investitionsvolumen für dreifachen, für vierfachen, für fünffachen wird, dann mögen das zwar alles auch in sich rentierliche Investitionen sein, sonst wird es ja keiner machen.
00:20:14: Aber sie können nicht aus dem laufenden Cashflow finanziert werden.
00:20:19: Im Regenfall werden sie kreditfinanziert und dafür brauche ich aber eine ordentliche Eigenkapitalausstattung.
00:20:25: Und wenn wir jetzt sagen, wir brauchen mehr vom selbst verdienten Geld im Unternehmen, um diese Investitionen zu stemmen, dann fehlt dieses Geld bei anderen Aufgaben der Daseinsvorsorge, die bisher von der kommunalen Energiewirtschaft finanziert worden sind.
00:20:42: Wir wissen genau, was du meinst.
00:20:44: Bei dem Bahn, beim Bad und Haushaltsfinanzierung.
00:20:49: Und deswegen brauchen wir nochmal andere Hebel, um besseren Eigenkapital heranzukommen, wir waren noch privates Kapital brauchen und im Moment haben wir da noch etwas zu organisieren.
00:21:01: und das ist im Moment die Finanzierung der Investition tatsächlich einer Restriktion, die wir wissen müssen.
00:21:07: Gibt
00:21:08: es denn schon viele Tische in Berlin, wo darüber diskutiert wird, dass man diese Probleme auch so sieht in der Politik und nicht nur in unseren Verbänden?
00:21:15: Das ist in der Tat Thema, auch in der Politik, auch in unseren Gesprächen mit Bundesregierung, mit Bundestagsabgeordneten und ganz aktuell zwei sehr wesentliche positive Entscheidung, um nicht nur darüber zu reden, was alles schiefläuft, sondern dass ja auch etwas vorankommt.
00:21:31: Der Koalitionsausschuss hat beschlossen, dass ein Deutschlandfonds aufgesetzt wird für Investitionen und dabei ein Ziel gerichtet, eine Säule für die Energieinfrastruktur geschaffen wird.
00:21:44: Und da geht es darum, eben leichter an privates Kapital heranzukommen.
00:21:49: Das ist die politische Grundlage und damit auch der Handlungsauftrag an die Regierung kümmert euch drum.
00:21:54: Gleichzeitig hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für den Haushalt XXVI einen Haushaltsvermerk in den Haushaltsentwurf beschlossen, der jetzt beschlossen ist durch den Bundestag, der die haushaltsrechtliche Grundlage dafür schafft, dass die Anstalt für Wiederaufbau konkrete Produkte entwickelt und eben auch an diesem Thema eines Energiewendefonds arbeitet.
00:22:23: Unsere Zielsetzung ist, dass der Staat mit Bürgschaften und Garantien das absichert, dass privates Kapital günstiger in diese Investitionen fließt.
00:22:34: Wenn du dich jetzt noch mal zurück entsinnst, also du nimmst jetzt deine Erfahrung, schatz, von gerade mit.
00:22:40: Der VKU ist ja der größte kommunale Verband über die ihr vertretet oder auch repräsentiert in den Diskussionen.
00:22:49: Jetzt bist du morgen wieder in der Politik und hättest eine absolute Mehrheit.
00:22:57: Was würdest du als erstes angehen in der Fragestellung also in dem Thema, in dem wir gerade unterwegs sind?
00:23:05: Was würdest du sofort auf den Weg bringen?
00:23:08: Da würde ich als allererstes alle Ministerien und alle Mitarbeiter in den Ministerien verdonnern.
00:23:14: Bei allem, was an Entwürfungen gefertigt wird für Gesetzen und für Regeln, ein Praxischeck, ein Realitätscheck durchzuführen.
00:23:22: Das steht ja auch im Koalitionsvertrag, dass so was gemacht werden soll.
00:23:26: Bessere Gesetzgebung.
00:23:27: Aber in der Praxis funktioniert es leider noch nicht.
00:23:29: Und wir erleben es immer mal wieder, dass da Entwürfe kommen für Gesetze, wo ich sage, wer hat das denn aufgeschrieben?
00:23:36: Fern ab jeder Lebensmöglichkeit.
00:23:38: Dann ist es immer unsere vornehme Aufgabe als Verband, dann Überzeugungsarbeit zu leisten, dass die Wirklichkeit anders aussieht als die Theorie auf Schreibtischen.
00:23:47: Also ein bisschen mehr Realitätssinn, Praxisnähe in den Gesetzgebungen kennenzubekommen, das wäre schon gut.
00:23:55: Aber gibt es denn auch in deinem Arbeitsalltag auch in der Branche echten Mut, in Unternehmen, in Ministerien, bei Städten, bei Verbänden, was dich begeistert, wo du sagst, da geht es voran oder so, dass es etwas mehr als du erwartet hast?
00:24:08: Ja, ich bin ja auch viel unterwegs in Stadtwerken, bei Mitgliedern im Verband und erlebe schon einen ganz breiten Willen an der Transformation zu arbeiten.
00:24:20: Und so beschreibe ich ja auch mal die Rolle der Stadtwerke, der Kommunalwirtschaft als die Praktiker und Pragmatiker der Energiewende.
00:24:26: Sie wollen... anpacken.
00:24:28: Es gibt so viele interessante Projekte, wie jetzt Fernwärme dekarbonisiert wird, wo Unternehmen in Wasserstoff investieren, also das hier auch mal gelesen, das hier in Ruppertal Wasserstoff erzeugt wird für eigene Nutzung vor Ort.
00:24:44: Schönes Modell.
00:24:45: Also innovative Projekte, die auch vorankommen.
00:24:50: Es ging ja sogar noch mehr.
00:24:52: Aber deswegen sage ich zu dem Spruch, der in Berlin jetzt ja viel kursiert, Wir müssen ins Machen kommen.
00:24:59: Schöner wäre auch noch ein Machen lassen.
00:25:01: Lasst uns einfach machen.
00:25:03: Redet uns nicht in jedes Detail hinein, sondern lasst uns einfach machen.
00:25:07: Setzt einen Rahmen, beschreibt das Ziel und wir in den Unternehmen wissen schon am besten, wie es dann umzusetzen ist.
00:25:14: Was kann bei diesem Problem, die wir haben, gute Kommunikation bewegen?
00:25:19: Wenn Strukturen nicht funktioniert, wie groß ist die Bedeutung, auch mit den Menschen gut zu kommunizieren?
00:25:25: Es hängt viel von guter Kommunikation ab.
00:25:28: Das ist schon richtig.
00:25:29: Aber wenn die Sache nichts taucht, dann kann die Kommunikation noch so gut sein, dann wird auch nichts Gutes draus.
00:25:35: Das gehört beides dazu.
00:25:37: Ein vernünftiges Projekt und die gute Kommunikation.
00:25:41: Wärst du dafür eine ehrlichere Diskussion?
00:25:44: Du hast ja vorhin schon auch gesagt, dass du Schwierigkeiten siehst in der Zieldefinition und dem, was möglich ist, was an Wärmepumpen gebaut werden kann, wie viele Elektroautos und so weiter.
00:25:54: Ich bin da selbst auch nicht klar, weil natürlich geht es gar nicht darum, ein Jahresziel festzumachen, für mich zumindest nicht, sondern wichtig ist ja, dass man sich auf den Weg macht und Konsens entsteht.
00:26:05: Was ist das übergreifende Ziel und wie kommen wir schnellstmöglich dahin?
00:26:09: Nichtsdestotrotz gibt es ja die politischen Ziele, zwanzig dreißig, manche Kommunen sind angeblich noch schneller, was auch immer.
00:26:17: Also, wo ich behaupte, das sind Ziele, die werden wir nicht erreichen.
00:26:23: Wenn man nicht irgendwann anfängt, auch den Menschen ehrlich zu sagen, dass sie nicht erreichbar sind, dann ist man natürlich am Ende oder als Branche, als Verband.
00:26:32: Irgendwann auch dafür verantwortlich, dass man sie nicht erreicht hat.
00:26:36: Und übrigens, das macht ja auch keinen Spaß.
00:26:38: Es macht ja lieber Spaß der Mannschaft oder den Menschen zu sagen, Wir klopfen uns mal auf die Schulter, wir haben Ziele erreicht.
00:26:45: Also da habe ich selbst ein Findungsthema, was die bessere Strategie ist, dieses Ziel zu verfolgen und anzugehen.
00:26:52: Ziele müssen auch realistisch und erreichbar sein.
00:26:55: Völlig unrealistische Ziele zu setzen, das hat keinen Zweck.
00:26:59: Dann kommt irgendwann wieder das Raun-Divou mit der Wirklichkeit.
00:27:04: Dann ist die Enttäuschung umso größer und das ruiniert dann wieder Vertrauen, dass wir ja auch brauchen.
00:27:10: Aber was eben auch zur Gesamtbetrachtung mit dazu gehört, ist auch ehrlich zu sagen, es kostet Geld.
00:27:17: Und wenn ich davon spreche, dass in den Stadtwerken das jährliche Investitionsbudget verdreifacht, vervierfacht, verfünffacht wird, dann wird das selbst, wenn es ja Investitionen in Infrastrukturen sind, die über Jahrzehnte abgeschrieben werden, in irgendeiner Form auf den Rechnungen auftauchen.
00:27:34: Und am Ende werden es die Menschen bezahlen müssen, denn niemand anders kann es.
00:27:38: Der Staat hat kein eigenes Geld.
00:27:40: Wenn der Staat etwas fordert, dann ist es das Geld, das er vorher den Menschen aus der Tasche gezogen hat, die sie erarbeitet haben.
00:27:46: Es muss bezahlt werden.
00:27:47: Und das ist auch mein Hinweis an diejenigen, die immer so sehr idealistisch sagen, oh, Wind und Sonne schreiben keine Rechnung.
00:27:53: Nee, Wind und Sonne nicht, aber diejenigen, die daraus Energie machen und die dafür die Netze bauen, die Betreiber eine Wirtschaft verdient damit ja auch Geld.
00:28:04: Ja.
00:28:05: Und damit werden auch Rechnungen dann geschrieben.
00:28:08: Ein bisschen mehr Ehrlichkeit würde, glaube ich, auch zu einer höheren Akzeptanz führen, auch in unserer Gesellschaft.
00:28:13: Ich glaube, die Menschen sind doch gluck genug, wie sie das auch sehen und wissen.
00:28:16: Die Zeit rennt, wie immer, was schade ist, aber zum Schluss, wir wollen immer positiv enden.
00:28:23: Die Frage an dich, was macht dich zuversichtlich?
00:28:26: Weil du bist unglaublich viel unterwegs, also was motiviert dich morgens?
00:28:30: aufzustehen, dein Job zu machen und zu sagen, das ist das Richtige.
00:28:35: Was sind die positiven Beispiele, die sagen, wir sind auf dem richtigen Weg bei all dem operativen oder auch schwierigen Themen, die wir auch ein bisschen angesprochen haben in unserem Gespräch jetzt.
00:28:47: Was macht dir gute Laune?
00:28:48: Die gute Laune kommt daher, dass ich das Gefühl habe, für eine gute Sache zu arbeiten.
00:28:54: Wir in der Kommunalwirtschaft arbeiten für die Daseinsvorsorge.
00:28:57: Wir leisten die Dinge, die alle Menschen jeden Tag brauchen.
00:29:02: Wir versorgen die Menschen sicher mit Strom, mit Wärme.
00:29:05: Wir sorgen dafür, dass keine Wude kalt bleibt im Winter.
00:29:08: Wir sorgen für frisches, gesundes Wasser.
00:29:10: Wir entsorgen den Müll.
00:29:12: Wir transportieren sie.
00:29:13: Wir sorgen auch für schnelles Internet, wenn wir die digitalen Infrastrukturen ausbauen.
00:29:18: Es sind die lebensnotwendigen Grundbedürfnisse der Menschen, für die wir arbeiten.
00:29:25: Und das funktioniert ja auch.
00:29:27: Wir haben ein Maß an Versorgungssicherheit in Deutschland, wovon andere Länder nur träumen können.
00:29:36: Und bei allem, was wir jetzt vielleicht auch so ein bisschen kritisch bereut haben, wo noch Herausforderungen zu meistern sind, um es positiv zu formulieren, wir leben in einem schönen Land auf einem unglaublich hohen Lebensstandard und es funktioniert viel.
00:29:51: Und dafür arbeiten wir, dafür arbeiten Hunderttausende Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen, jeden Tag um vierundzwanzig Stunden rund um die Uhr, auch Weihnachten, wenn wir unter dem Tannenbaum sitzen und uns wohlfühlen, sagen andere Menschen dafür, dass es uns gut geht.
00:30:09: Und das ist eine wunderschöne Aufgabe.
00:30:11: Vielen, vielen Dank, lieber Ingbert.
00:30:14: Für die offenen Worte, für den tollen Blick auch in die kommunalwirtschaftliche Reihen.
00:30:19: Also es lässt positiv blicken.
00:30:20: Also ich glaube, wir haben eine gute Chance und jeder der Hörerinnen und Hörern hat gesehen, wie stark die Kommunalwirtschaft ist, wie man sich auch begeistern kann für das Thema Energiewende.
00:30:28: Das machen wir jeden Tag.
00:30:29: Du hast es auch beschrieben, was Kolleginnen und Kollegen jeden Tag auf die Straße bringen.
00:30:33: Wenn Politik dann auch ein bisschen besser uns gegenüber auch funktioniert, dann glaube ich, habe ich auch ein ganz, ganz gutes Gefühl, was die Energiewende angeht.
00:30:41: Dann können wir noch mehr.
00:30:42: Können
00:30:43: wir noch mehr.
00:30:44: Wenn euch an den Geräten das Gespräch gefallen hat, lasst ein Abo da oder teilt die Folge.
00:30:50: Wir freuen uns auch auf das nächste Mal und hoffen, dass ihr wieder dabei seid.
00:30:53: Vielen Dank.
00:30:54: Vielen Dank.
00:30:55: Lieber ihm, wer da auch von meiner Seite bleibt neugierig, bleibt mutig, bleibt im Gespräch.
00:31:00: Vielen Dank und Tschüss.
00:31:01: Tschüss.
00:31:02: Vielen Dank, Markus.
00:31:02: Vielen Dank, Markus.
00:31:05: Das war mit Haltung
00:31:07: und Trocken.
00:31:08: Ein Podcast der Ruppertaler Stadtwerke
00:31:11: mit Markus Hilkenbach
00:31:12: und Markus Schlomsky.
00:31:14: In der nächsten Folge begrüßen wir Olaf Geier, Partner bei der Unternehmensberatung Arthur D.
00:31:19: Little.
00:31:20: Mit ihm
00:31:20: sprechen wir darüber, wie wandlungsfähig
00:31:23: die Energiebranche wirklich ist.
00:31:25: Hat euch die Folge gefallen?
00:31:27: Dann freuen wir
00:31:27: uns über eure Bewertung
00:31:29: und über eure Gedanken
00:31:30: auf Social Media.
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