Harald Krassnitzer - Social Media und Reality-TV: Wo bleiben Kultur und Tiefe?
Shownotes
Gast: Harald Krassnitzer, Schauspieler
Thema: Bühne und Schauspiel im Zeitalter von Social Media und Reality-TV – Wo bleiben Kultur und Tiefe?
Darum geht’s in der Folge: Vom Speditionskaufmann auf die Bühne: Warum Lebenswege selten geradlinig verlaufen Umwege als Gewinn: Was die Arbeitswelt außerhalb der Kultur lehrt und warum Fehlentscheidungen wertvoll sein können Theater als Spiegel: Weshalb der gemeinsame Moment von Publikum und Bühne unersetzlich bleibt Kommunikation im Eiltempo: Wie Social Media unsere Debattenkultur verändert und wo Verrohung droht Regeln für neue Medien: Was wir aus der Geschichte für eine demokratische Diskussionskultur lernen können Kultur als Standortfaktor: Warum Kultur Identität stiftet, Austausch ermöglicht und wirtschaftlich zählt Pina Bausch Zentrum: Warum das geplante Projekt für Wuppertal so wichtig ist Zukunftsoptimismus: Warum gesellschaftlicher Fortschritt Menschen braucht, die etwas verändern wollen
WSW Wuppertaler Stadtwerke: https://www.wsw-online.de/
Podcast: Mit Haltung und trocken – der Zukunftstalk mit Markus und Markus (WSW Wuppertaler Stadtwerke) Veröffentlichung: Oktober 2026
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00:00:05:
00:00:20: Herzlich willkommen
00:00:20: zur Bethaltung und Trocken.
00:00:22: der Zukunfts-Talk
00:00:23: mit Markus und Markus.
00:00:24: Heute geht's um die Bühne!
00:00:26: Was passiert mit der Schauspielerei, wenn Social Media, Reality TV und Tempo immer wichtiger werden?
00:00:32: Und was bleibt von echter Tiefe?
00:00:35: oder dann im weiteren Sinne auch, was bleibt vom Kultur?
00:00:38: Unser Gast heute kennt Film und Fernsehen und Theater aus allen Höhen und Tiefen.
00:00:45: Schön, dass sie da sind.
00:00:46: Schön das Sie unser Gast sind.
00:00:47: lieber Harald Krasnetzer.
00:00:49: Danke für die Einladung
00:00:51: Von meiner Seite.
00:00:51: herzlich willkommen!
00:00:52: Es ist schön, dass ihr alle wieder dabei seid Und es muss natürlich auch... Das darf nicht fehlen in unserem Format.
00:00:58: Ein passendes Glas Wein.
00:01:01: Heute wird es etwas ungewöhnlich wie auch das Thema und ich glaube, wir werden heute einen ungewönlichen Podcast erleben.
00:01:07: Wir haben ein Orange Wein!
00:01:11: Ich muss auch zugeben, dass ich ihn noch nicht kannte.
00:01:13: Er war mir auch unbekannt.
00:01:14: Das ist im Grunde ein Weißwein, der wie Rotwein ausgebaut wird.
00:01:18: Es ist so.
00:01:18: jetzt ganz grob.
00:01:19: Sie können bestimmt mehr Pfeffer erzählen und mit der Schale und Kernvergorenwert ... Wir haben ihn schon probieren dürfen.
00:01:25: was ganz Besonderes.
00:01:26: Also jeder, der mal was Besondereres trinken möchte sollte sich da auf jeden Fall mal kundig machen.
00:01:33: Ja stoßen wir schon mal an.
00:01:34: herzlich willkommen nochmal!
00:01:36: Ganz toll das ihr mitmachen.
00:01:38: Danke vielmals.
00:01:41: Wir starten zu Anfang immer mit so paar persönlichen Fragen, damit wir oder insbesondere die Hörerinnen und Hörern sie ein bisschen besser als Mensch auch kennenlernen bevor wir ins Thema einsteigen.
00:01:52: Und unsere klassische erste Frage ist immer was war ihr erster Job?
00:01:56: Was haben Sie daraus fürs Leben gelernt?
00:01:58: Oder gibt es eine Situation aus dem ersten Job wo Sie sagen da erinnere ich mich immer noch dran an die virtuelle Ohrfeige oder sonstiges?
00:02:07: Der erste Job war Speditionskaufmann Also die Lehre zum Speditionskaufmann, die begonnen wurde mit Sechzehn und mit dem Beginn meines sechzehnten Lebensjahres.
00:02:21: In Salzburg?
00:02:22: Ja in Salzburg bei einer sehr renommierten Spedition Und mit dem Wissen dass ich mit Sicherheit eines der schlechtesten Spedationskaufler in der Mitte Europas bin weil Ich keinen Zugang gefunden habe.
00:02:35: also es ist ein klassisches Beispiel dafür das man Ich komme aus relativ einfachen Verhältnissen, um das vorwegzuschicken.
00:02:46: Da war immer die Prämisse den Kindern muss man besser gehen und die müssen auch einen Job erlernen der sozusagen über dem Status der älterlichen Jobwelt liegt.
00:02:56: und mein Vater war Schlosser in einem Zementwerk und meine Mutter war Arbeiterin in einer Süßwandfabrik.
00:03:03: darüber liegend ist die Bandbreite der sozusagen status-höhergestellten Berufe relativ weit.
00:03:10: Das geht vom Astronauten bis hin zum Büro und bei mir ist es halt das Büro geworden, was sie sich vorgestellt haben weil die Zugänge zu Märkten oder eben auch zu dem Knowhow oder eben Auch zu Lösungen wie man das macht in solchen Familien ja damals schon eingeschränkt war immer noch über Weitestrecken leider eingeschränkt ist, sind in solchen Prokernsituationen... ...ist es dann oft schwierig überhaupt einen Zugang zum Markt zu finden und so sagen.
00:03:42: Wer nimmt denn jetzt meinen Jungen?
00:03:44: Wo kann denn der eine Lehre machen?
00:03:46: Und wie kriegt er denn überhaupt ein Gefühl dafür was er selber machen will und wofür vielleicht Talent hat oder auch nicht Talent hat?
00:03:53: Das alles wurde nicht gefragt sondern es wurde nach dem Prinzip der wo kennen wir den jemandem gehandelt und da meine Tante Jemand kannte, wurde das über den eingefillt und so landete ich in der Spalitions- als Spalationskaufmann.
00:04:07: Und so versuchte man mir dort Schreibmaschinen schreiben und all das beizubringen.
00:04:13: Es klingt im Ansatz schräg oder schwierig aber ich würde nicht eine Sekunde dieser Zeit, dieser drei Jahre Lehrzeit und auch dieser Fehler die ich da gemacht habe oder der Hürden die ich zu nehmen hatte missen wollen weil es einfach einen Einblick gab oder gibt.
00:04:33: für mich nach wie vor, ist das ein großes Reservoir in die Arbeitswelt von anderen Menschen und vor allen Dingen.
00:04:42: Wie funktioniert Ökonomie?
00:04:44: Und woran scheitert sie?
00:04:46: Oder was ist wichtig daran?
00:04:48: Und wer sind die Schraubenstellen?
00:04:50: Oder wo brauchen wir genau das, dass jemand da funktioniert an dieser und jener Stelle damit der Container weitergeht?
00:04:58: Und diesen Problem bin ich dann auch... Wenn's dann zum Scheitern geht, ganz groß zum Scheidern gekommen.
00:05:04: Denn das war schon die Zeit wo ich parallel dazu mit dem Theater angefangen hab und am Abend in meinen Proben gegangen bin und mit dem Beruf eigentlich immer weniger anfangen.
00:05:16: Ich habe keine Motivation mehr gefunden und hab zu dem gegriffen was beim Menschen das einfachste ich.
00:05:22: Ich hab gelogen dadurch dass ich gesagt habe oft in der Früh wenn ich verschlafen hab euch Ich war noch hinten bei den Containern und hat da noch was rausgezählt.
00:05:32: Das waren diese berühmte halbe Stunde, wo man zu spät kommt.
00:05:35: Und die berühmt eine halbe stunde, wo es früher geht ... ich muss noch mal schnell zu den Container nennen!
00:05:39: Ich brauch dann noch ein paar Daten von den Dingen.
00:05:43: Diese Beide, diese Stunde, die ich mit einem Tag geraubt habe, ist natürlich schon längst aufgefallen.
00:05:49: Da war ich nur naiv, dass sie das und dachte, die merken das nicht.
00:05:52: Natürlich mussten die das?
00:05:54: Und eines Tages haben die gesagt, so jetzt ist Schluss.
00:05:57: Jetzt verarschen sie uns nicht die ganze Zeit!
00:06:00: Jetzt wollen wir das mal umkehren und du machst heute am Freitag diesen Container.
00:06:04: Du schickst den noch weg und den holst da rein.
00:06:08: Dann kannst du gehen – und wir gehen heute mal früher weil wir gehen zum Fußball.
00:06:12: und das ist unsere Leidenschaft.
00:06:15: Und dann hab ich das gemacht, weil klar war ... Das war auch sehr fair, muss ich sagen.
00:06:21: Ein
00:06:21: Lernprozess!
00:06:22: Richtig.
00:06:23: Unten schockt natürlich, wenn man durchschaut ist.
00:06:26: Ich in meiner Panik, weil ich eine Verabredung hatte zu einer Probe, habe das schnell gemacht und habe das in meiner Unfähigkeit auch glampig gemacht was zur Folge hatte dass ich zwar noch rechtzeitig zur Probe kam aber mich am Wochenende Damals gab es noch Grenzen, die Zollstation von Walzerberg in Salzburg angerufen hat und mich dort der oberste Zollinspektor gesagt
00:06:51: hat.
00:06:52: Als allererster.
00:06:53: Hallo, sind Sie der oder so?
00:06:55: Was ist das denn für eine Scheiße hier?
00:06:58: Und das war klar.
00:06:59: ich hatte einen Container, der eigentlich nach Israel gehen sollte und vom Deutschland kam und quasi nur in Österreich einen Transit brauchte wieder zurückgeschickt nach Deutschland und umgekehrt den, der von Israel kam und eigentlich nach Deutschland gehen sollte.
00:07:14: Wieder zurück nach Israel!
00:07:17: Und das hattest du aufgrund eines Ziffernsturzes oder einer Verwechslung von Papieren?
00:07:23: So kam das halt, dass ich dann darauf zitiert wurde und dann stand ich vor diesen beiden Containern und wusste hinten und vorne nicht wie ich jetzt dieses Problem lösen sollte und sagte, das muss ich am Montag machen.
00:07:35: Ich habe überhaupt keine Handhabe.
00:07:38: Dann rief mich aber am Sonntag bereits der oberste Chef dieser Spelation an und sagte, wir haben jetzt dieses Problem geklärt.
00:07:46: Am Walzerberg.
00:07:49: Wir haben festgestellt sie haben noch drei Wochen Urlaub und wir würden Sie bitten dass sie am Montag nicht mehr kommen.
00:07:58: Und damit waren zwei Dinge zum einen ich hatte das erste Mal ein inneres Gefühl der Freiheit Was ja auch manchmal ist, wenn man seine Leidenschaft erfüllt bekommt.
00:08:10: Wenn man sich selber nicht traut die Leidenschaft zu benennen, tun es dann andere.
00:08:14: und das war trotz der Peinlichkeit und trotz dieser Schwierigkeit eine Befreiung.
00:08:19: Und zum anderen war natürlich da eine Scham weil man etwas falsch gemacht hat.
00:08:23: Ja, man muss uns ja auch anderen erzählen dass man gescheitert ist vielleicht zu Hause mit dem Job und so, dass es vielleicht gar nicht so einfach das zu tun...
00:08:33: Das war auch noch so ein Punkt Aber der war dann auch eigentlich von außen gelöst, dass jemand sagte, das muss nicht mehr kommen.
00:08:41: Dann war klar ich mache das jetzt.
00:08:43: Ja die Entscheidung hatte ich immer da.
00:08:45: Das war
00:08:45: wie so ein letzter Antug.
00:08:47: Eigentlich müsste ich diesem Mann bis heute und bin ja auch zutiefst dankbar sein weil er mir eine Entscheidung abgenommen hat.
00:08:56: Jetzt haben Sie auch noch viele andere Stufen bis zum heutigen Tag in einem langen, langen Berufsleben gemacht.
00:09:01: Gibt es denn etwas was Ihnen so spontan einfällt wo Sie sagen würden das würde ich mit dem Blick im Rückspiegel anders machen?
00:09:07: Nein weil ich das fatal und falsch finde.
00:09:11: Weil jede Fehlentscheidung oder jeder Entscheidung die vielleicht nicht immer zur optimalen Bedingungen geführt hat oder eben dich nicht immer an den optimalen Platz geführt Aber dich an diesem Platz Dinge gelehrt hat, die du waren das nicht leerst.
00:09:26: Also insofern ist es jedes Mal Reichtum und zu glauben dass ein Leben linear läuft und man nur von einem Stern zum nächsten Hüpft oder nur vom einen Lichtplatz zum nächsten hüpft ist eine große Fehlannahme.
00:09:42: Das wäre genau das was ich immer vermieden habe.
00:09:44: mir etwas anzueignen und nicht anzu verwandeln Und sich etwas anzuverwandeln, ist ein Prozess.
00:09:52: Das heißt man wird etwas und man ist nicht a priori ein guter Schauspieler oder man is'n nicht a Priori ein Unteranführungszeichen Star oder man i's nicht unter a priorii ein CEO eines großen Unternehmens oder eben das WSW.
00:10:10: Sondern es ist eine Anverwandlung in Prozesse die dazu führen dass Menschen dann irgendwo landen wo sie unter Umständen erfolgreich sind oder eben, wo Sie eine Stelle haben die wichtig und gut ausgeführt wird?
00:10:23: Anverwandlung ist eine ganz gute Brücke zur Frage.
00:10:27: Die bestimmt Schauspieler in Dauern gestellt werden.
00:10:29: Ich stelle sie trotzdem.
00:10:31: Gibt es eine Rolle, die Sie gespielt haben, wo sie sagen da habe ich mir privat von einem anderen Charakter etwas angeeignet... mich selbst stark verändert, indem ich mich mit diesem Charakter mit der Person so stark auseinandergesetzt habe, identifiziert habe und gesagt hab.
00:10:52: Das gefällt mir, das adaptiere ich auch für mich als Persönlichkeit.
00:10:58: Das ist eine schwierige Frage weil die Grenzen so dünn sind und weil Schauspieler ja sowieso immer in diesem Bereich grenzüberschreitend sind.
00:11:08: also dass es unser Werkzeugkasten ist es die Annäherung an etwas, also der Versuch in einen Bereich einzudringen.
00:11:19: Es gibt aber sozusagen so... Das ist oft einfach auch dünnes Eis.
00:11:24: Da gibt's Rollen, die fordern dich mehr und dann gibt's rollen die fordern dich weniger.
00:11:29: Die kann man schneller befreien oder die kann man schnell wieder loslassen.
00:11:33: Aber das sind Prozesse.
00:11:35: Also ich brauche nach einer intensiven Vorstellung oder nach einer Intensiven Dreharbeit Brauche ich danach einfach Luft, um mal eine Erdung zu finden.
00:11:47: Auch das ist ja wieder ne Technik zu sagen okay?
00:11:50: Lass was los!
00:11:51: Jetzt
00:11:51: bin ich nicht da und versuch nicht die ganze Zeit irgendwie in diesen Bereich zu kommen wo man immer auf diese Resonanz wartet.
00:12:02: Schauspieler sind sehr abhängig von Resonanzen und dadurch verliert man auch schnell mal die Bodenhaft.
00:12:08: Ist vielleicht auch noch eine schwere Frage Könnten sie ihr eigenes Leben als Rolle.
00:12:14: Wie würden Sie das beschreiben, wenn Sie sagen müssen, jemand müsste ihr Leben als Rolle spielen?
00:12:19: Der wär
00:12:20: Arm.
00:12:21: Weil das wäre Ihr Sinn nicht langweilig.
00:12:24: Das glaub ich nicht!
00:12:25: Ich sag's Ihnen, es ist so.
00:12:27: Ja, das kann ich ja hier so sagen... Wir sind ja unter uns sehr klar.
00:12:33: Es ehrt uns sehr, vielen Dank.
00:12:35: Steigen
00:12:35: wir ins Thema ein.
00:12:37: Die Bühne heute ... Wir hatten sie im Eingang gesagt viel Veränderungen, Social Media, kurze Clips.
00:12:42: Man hat nur noch ein paar Sekunden um Botschaften zu senden.
00:12:45: Was hat aus Ihrer Sicht die Schauspielerei in diesem Kontext, die letzten Jahr oder Jahrzehnte am meisten verändert?
00:12:54: Sagen wir mal, die Standhaftigkeit oder eben auch das Bewusstsein dass wir Schauspielerei und das Theater an sich hat ja verschiedene Bewegungen durchgemacht Das sind ja auch Prozessen unterlegt den Betrachtungsweisen dieser Welt zu tun haben.
00:13:11: und dann geht man manchmal in Themen hinein oder man muss alte Stoffe auch mal aufbrechen, man muss die einmal verändern.
00:13:20: Man muss sie adaptieren für was Neues und diese Adaption ist manchmal ein sehr... Es sind ganz wichtige Punkte das wir sozusagen auch immer das was aktuelles widerspiegeln können.
00:13:34: Theater ist immer ein Spiegelungspunkt Es ist immer ein kollektives Wahrnehmen von Situationen, wenn es gut passiert.
00:13:42: Und dann kann man da reingehen und kann sich Sachen anschauen und dann ist man berührt und im besten Fall aufgewühlt.
00:13:51: Über diese Berührung.
00:13:52: das ist der entscheidende Punkt.
00:13:55: Das macht Theater in verschiedenen Bögen.
00:13:57: Dann ist das Registeater wieder einmal stärker, die Werkstreue wieder stärker.
00:14:03: der neue Ansatz einer Improvisation oder eben nur Fragmentierungen von Dingen, dann wird das vermischt mit verschiedenen Medien.
00:14:11: Das macht alle Phasen durch.
00:14:12: aber das Entscheidende ist die Grundvereinbarung dass man sich in einem Raum trifft und dass man mit anderen Menschen ein Live-Erlebnis hat.
00:14:21: also dass man etwas unmittelbar erlebt ja?
00:14:24: Und dass man eine Vereinbarung hat das man sich zuhört und sich hingibt und versucht mitzugehen.
00:14:31: Das hat sich nicht verändert.
00:14:33: Und je nachdem, wie am Schluss die Reaktion ist manchmal ist es dann so dass die Leute völlig euphorisch sind und manchmal sind die Leute sehr aufgewühlt.
00:14:42: aber dieser unmittelbare Prozess ist das eigentliche Geheimnis vom Theater.
00:14:46: Das ist das Entscheidende!
00:14:48: Und das hat sich nie verändert und wird auch von sozusagen Kurzzeitinterventionen aus dem Netz nicht wirklich sich verändern.
00:14:58: Leute, die ins Theater gehen haben nach wie vor die Fähigkeit, sich hinzugeben und zu sagen ich schalte jetzt mal eine Stunde zwei Stunden manchmal sogar drei Stunden ab.
00:15:08: Und wenn Sie, ich sage jetzt mal Veranstaltungen hier in Wuppertal oder eben auch hier in der Nähe bei der Ruhrtrainale besuchen sehen sie eine unglaubliche Dichte am Publikum, die genau das tut und die auch in den umliegenden Theatern oft so vehementen außergewöhnlich schönen Reaktionen führen, dass man sagt ja Theater lebt und wird weiterleben.
00:15:33: Das schließt also die nächste Frage an mich gerne ins Theater auch ins Kino als.
00:15:37: ich gucke auch gerne Filme Und da ist ja viel Arbeit, viel Kunst hinter um was auszudrücken.
00:15:43: Ist das für Sie eine Bedrohung?
00:15:44: Dass manchmal auf TikTok oder Spotify oder so fünfzehn Sekunden Clips eine ähnliche Bedeutung haben oder genauso viele bewegen wie jetzt große Kunst wo viel Arbeit und wie künstlerisches Engagement hintersteckt?
00:15:57: Oder kann das parallel nebeneinander auch bestehen?
00:16:01: Nein!
00:16:01: Ich glaube das wesentliche ist dass man sich nicht einmal als Konkurrenz sieht.
00:16:05: Das ist ein Kulturfänomen dass auf einer ganz anderen Basis beruht.
00:16:12: Die fünfzehn Sekunden kommen ja woher?
00:16:14: Das ist nicht sozusagen die Erfindung vom Tiktok, sondern das ist eine der ursächlichsten Dinge uns.
00:16:22: innerhalb dieser fünfzehnten Sekunden entscheidet sich unser Gehirn ganz schnell ob es noch mal gereizt werden will oder nicht.
00:16:28: und wenn Sie sich ein TikTok-Video genauer anschauen dann sehen sie dort innerhalb von fünfzehinsekunden wahrscheinlich zehn bis fünfzehen Reize.
00:16:36: Das macht das Suchtpotenzial aus.
00:16:38: Das hat aber nichts mit dem Phänomen zu tun, was im Theater stattfindet.
00:16:42: Dort ist es fast ein spiritueller Prozess.
00:16:46: also Menschen kommen in einem Theater.
00:16:50: ich sage jetzt mal irgendwann an einen Punkt wenn's wirklich gut ist dass sie denselben Puls haben annähernd und der ganze Raum denselbe Atemad Und dann wird das richtig spannend.
00:17:02: Also wir reden über sehr unterschiedliche Prozesse.
00:17:04: Ja, verstehe
00:17:05: ich aber es ist nicht so dass wir das als Menschen in den nachvollen Generation mehr und mehr verlieren uns auch zu konzentrieren oder uns darauf einzulassen uns überhaupt zwei Stunden mit einem Thema in der Form auseinanderzusetzen.
00:17:19: also ist nicht das eher die Gefahr dass wir durch diesen schnellen Konsum an Informationen oder Reizen wie sie gerade gesagt haben auch verlernen, ins Theater zu gehen oder einen anspruchsvollen Film wie Markus gerade sagt.
00:17:34: Uns anzusehen und das überhaupt zuzulassen sich damit auseinanderzusetzen?
00:17:38: Das finde ich total spannend.
00:17:39: aber ich glaube nein!
00:17:42: Ich glaube dass genau das ist was wir erleben.
00:17:46: Wir sehen ja eine flächendeckende Müdigkeit dieser Schnelligkeit Wir sehen ja den Erschöpfungsgrad, dieser Schnelligkeit.
00:17:56: Das stimmt!
00:17:57: Wir können ja auch sehen was sozusagen die Folgen sind.
00:18:05: wir sehen auch bei den Leuten die das dicht machen Auch die Symptome, die sagen, ich hab keine Lust mehr dazu.
00:18:11: Es strengt mich jetzt nicht an!
00:18:15: Ich merke, dass es mir nicht gut geht.
00:18:17: Wir sehen immer dort wo Leute mutig genug sind zu sagen, auch komm wir machen das mit der Schule mal so eine händefreie Woche oder so ... Detox?
00:18:25: Oder Detox.
00:18:26: Dann stelle ich fest wie schnell das kippt und wird zu ganz banalen anarchischen Ansätzen von miteinander reden und miteinander etwas tun und spielen.
00:18:39: Und wir sehen, welche unglaubliche Kraft das hat und dass nicht wegzuratieren ist.
00:18:44: Das heißt es ist eigentlich ein sehr gutes Beispiel dafür, dass wir Werkzeuge an der Hand kriegen die wir nicht zu beherrschen wissen weil wir noch nicht gelernt haben mit ihnen umzugehen.
00:18:56: Denn eigentlich könnte das ja ein gutes Werkzeug sein.
00:18:58: Ja, das stimmt!
00:19:00: Wenn man das regelt und wenn man das unter bestimmte Regeln setzt dann ist das nochmal mehr ein erstaunliches Werkzeug.
00:19:07: Es ist aber genauso erstaunlich, dass in einem Land wie Deutschland oder auch Österreich und gerade im deutschsprachigen Raum ist das ganz wichtig.
00:19:16: Das sind Genese, die gesamte historische Genese aus der Erfahrung beruht, dass das enttempte Wort zur Tat führt und zwar immer zu einer bösen Tat also zur Gewalt führt, dass dieses enttämte Wort genau auf dieser Ebene nach wie vor eine Freiheit genießt, wie es noch nie genossen hat.
00:19:37: Wir haben eine Erfahrung gemacht.
00:19:38: Wir leben in einem Land, wo wir diese Erfahrungen so bitter bezahlen mussten wie keine andere in der Welt mit all dem was hier passiert ist oder auch in Österreich passiert ist.
00:19:50: Oder nennen wir es Europa und wir sind nicht bereit aus diesen Erfahrungen etwas zu lernen und zu sagen alles ist frei nur nicht das enttempte Wort.
00:20:01: denn das enttempte Wort ist der erste Schritt.
00:20:04: zudem dass wir zur Barbarei an zum Wahnsinn kommen Und wieder genau das passiert, was wir nicht wollen.
00:20:09: Das passiert eine Form von Enttämmung und dort beginnt aber etwas wo ich sage da sind wir mittendrin in diesem Prozess der Erkenntnis.
00:20:19: Ich glaube es ist auch eine europäische Geschichte die interessant ist und die uns eigentlich oder die uns im Endeffekt etwas ermöglichen würde dass viel übergeordneter ist nämlich den tatsächlichen USB ...güten über den anderen Konzepten, die wir aus Osteuropa... ...aus der östlichen Hälfte der Welt kennen oder eben auch der ganz westlichen... ...Hälfte dieser Welt, die in einer langen Zeit unsere Verbündeten
00:20:47: waren.
00:20:49: Wuppertal hat man gezeigt so mit Pina Bausch auch was Kultur für eine Stadt bedeuten kann.
00:20:54: Das ist natürlich, dass Pina jetzt viel zu früh gestorben wird.
00:20:57: Jetzt ist das Schauspielhaus schon viel, viel zu lange nicht geöffnet.
00:21:01: also es war ja ne Bühne Spielstätte auf.
00:21:04: Vampiner Bausch braucht eine Stadt mit so viel Herausforderung und wir werden auch die nächsten Monate erleben, wo Partei geht finanziell nicht so gut.
00:21:11: Es werden viele Sachen auch in Frage gestellt.
00:21:14: Heute Kultur mehr denn je oder besteht Gefahr des Kulturs?
00:21:17: Etwas wo in der Schnelllebigkeit der Zeit gesagt wird da kann man darauf verzichten das wird gestrichen.
00:21:23: Wenn man streicht ist es dass der enkelte Todesstoß also nicht nur für die Stadt sondern das ist ein gesellschaftlicher Todes stoß.
00:21:30: wo immer wir Kultur gestrichene haben haben wir gesehen, was passiert.
00:21:34: Das ist eine Erkenntnis.
00:21:35: da müssen man nicht lange blättern und suchen.
00:21:38: Da müssen wir nicht mal Google bemühen, sondern das ist eine implementierte klare Erfahrung.
00:21:45: Das is der eine Punkt.
00:21:46: Der andere Punkt?
00:21:47: Ja!
00:21:48: Popertal braucht Bina Pausch, braucht dieses Zentrum und sei es nur wegen einem Satz den Bina pausch selbst gesagt hat, er lautet mich interessiert nicht wie Leute sich bewegen, sondern was sie bewegt.
00:22:01: Insofern ist das die Kernzone dessen, was Kultur ausmacht.
00:22:05: Was bewegt Menschen?
00:22:07: Und wo immer wir das reflektieren können und gemeinsam wie Hingeborg Bachmann in ihrer berühmten Rede über die Wahrheit ist den Menschen zumutbar!
00:22:17: Kund getan hat, dass wir uns genau an diesem Punkt ins Theater bewegen.
00:22:21: Weil wir wissen wollen was könnte denn die Wahrheit sein?
00:22:25: Und weil wir dort etwas gespiegelt bekommen das unsere innere Wahrheit widerspiegkelt und resoniert also in einen Resonanzraum bringt.
00:22:33: gelingt uns das dann beginnen wir zu einem Heilungsprozess zu kommen.
00:22:38: Heilungs-Prozesse sind die Prozesse, wo wir anfangen zum Besseren zu werden – also zum Ideenreichtum zu greifen und neue Horizonte entdecken.
00:22:46: Ansonsten bleiben wir in der von mir so gern zitierten Ameisenmühle stecken.
00:22:51: Und die Ameissenmühler ist ein Phänomen.
00:22:53: da möchte man nicht sein!
00:22:55: Das kommt vor bei großen Wanderameisenvölkern, die sich ähnlich wie wir sehr dicht kommunizieren über Pheromone und sich austauschen.
00:23:04: Und sagen, wo ist der Weg zur Arbeit?
00:23:07: Wo geht's da lang?
00:23:08: Da hinten gibt es super Honig!
00:23:10: Da hinten gibts traumhafte Blätter!
00:23:12: Hol das mal!
00:23:12: Ja okay, ich treff die nächste, gib die Information weiter... ...und dann gehts wieder auf den Rückweg.
00:23:16: Ist das noch dahinten?
00:23:17: Ja, da hinten links musst du abbiegen.
00:23:19: Das heißt unglaubliche Kommunikationswege.
00:23:23: Eins zu eins zu jeder Armeise.
00:23:26: Es gibt aber bei diesen ganz großen Wanderer meisten Völker in Südamerika, Afrika zum Teil Kommunikationsknotenpunkte wo irgendwas schief geht.
00:23:35: Dann überlagert sich die Information und sie überlagelt sich so sehr dass diese Ameisen anfangen in einem großen Kreis zu laufen.
00:23:43: Zunächst sind die Kreise so groß wie ein Fußballfeld Aber dann laufen Sie immer schneller Und sie laufen Tag und Nacht und Tag und nach und laufen nur noch in diesem Kreis.
00:23:53: Dann haben die auch Antreiber, die sagen, es ist richtig.
00:23:56: Wir sind auf dem richtigen Weg und müssen da weitergehen.
00:23:59: Wir müssen nur schneller gehen!
00:24:01: Schneller gehen, dann kommen wir zum Ziel.
00:24:03: Natürlich werden die Kreise immer enger und enger.
00:24:05: Und am Ende, nachdem sie wirklich über Tage und manchmal sogar Wochen gegangen sind, sterben Sie millionenfach auf einer Fläche, auf der wir jetzt gerade sitzen so zwei, drei Quadratmeter millionenfache im Kreis laufen.
00:24:18: Die kommen
00:24:18: nicht aus der Mühle raus?
00:24:19: Aus
00:24:20: Erschöpfung und aus Ermüdung.
00:24:22: Und warum?
00:24:23: Weil keiner der Armeisen mutig genug ist, stehen zu bleiben und zu sagen stopp mal.
00:24:27: Guck mal da hinten, das ist ein Horizont!
00:24:29: Da ist etwas was anders leuchtet wie der Weg.
00:24:33: Da müssen wir hin.
00:24:34: Lass uns das probieren dann kommen wir aus der Geschichte raus.
00:24:37: Das ist so ein bisschen das was Kultur ausmacht.
00:24:40: sie zeigt den Horizontlinien und deswegen brauchen wir das überlebenswichtig um auf die Klammheit dieser Stadt und nennen wir es wie es den eigentlich fachgerecht auch gehört auf die Armut dieser Stadt, denn sie hat ja auch viel Reichtum.
00:24:54: Das dürfen wir nicht vergessen.
00:24:55: Ja diese Armutsstadt ist finde ich deswegen spannend weil genau solche Orte immer als die Peripherie bezeichnet werden.
00:25:06: und in der Peripheria ist aber etwas was den Raum hat für das innovative.
00:25:14: Insofern würde mich ja immer mehr interessieren dass wir uns mit den fünfzehn anderen armen Städten in Europa zusammentun und hier eine Konferenz abhalten.
00:25:24: Und mal drüber nachdenken, wie dies denn machen?
00:25:28: Und aus diesem Prozess der gegenseitigen Wahrnehmung von dem was Innovation sein könnte oder wie es anders sein könnte.
00:25:36: Gegenseitig profitiert und daraus einen Mehrwert macht!
00:25:40: Das heißt Wir haben hier alle Möglichkeiten das zu sein Wir eigentlich alle schon längst erwarten und auch ja vorgeschlagen, wir dann mancherorts sogenannte freie Zonen des Versuchs zu gestalten.
00:25:55: Wuppertal könnte etwas sein wo wir sagen gibt uns zwei Jahre Zeit wo wir unsere Regeln selbst aufstellen können.
00:26:03: Wo wir zwar irgendwie bestimmte Normen aber wo wir genau den vorhin kurz angeschnittenem Bereich das Laissefer oder dieses Ermessungsspielraum anders auslegen können.
00:26:14: und wir würden uns wundern, was dann in dieser Stadt passiert.
00:26:18: An Innovationen, an wirtschaftlicher Innovation und und und
00:26:23: Wenn Sie jetzt nochmal das, was Sie gesagt haben noch mal auf einen Satz vielleicht zusammenfassen könnten fürs Publikum...
00:26:30: Weil man den Rest wegschneidet!
00:26:31: Nein nein,
00:26:32: auf
00:26:34: keinen
00:26:35: Fall!
00:26:35: Auf keinen Fall wird gar nichts geschnitten worden!
00:26:36: Warum Kultur
00:26:37: gerade so wichtig ist?
00:26:38: Weil das ist so, dass wir erleben auch in dieser Stadt.
00:26:40: Immer wieder werden Projekte miteinander verglichen und infrage gestellt.
00:26:44: Und was macht man eher?
00:26:46: Also
00:26:46: Punkt eins ... Ich glaube, das dümmste, was man machen kann zu sagen, wenn wir uns keine Schule leisten können für einen bestimmten Betrag X, dann brauchen wir auch keine Kultur.
00:26:56: Jeder der das sagt hat weder von der Schule noch von der Kultur eine Ahnung.
00:27:02: Gehört eigentlich nicht in den Stadtre hat.
00:27:04: Das disqualifiziert ihn in seiner Aussage schon mal.
00:27:08: Man kann Kultur gegen nichts anderes aufwerten oder entgegenstellen.
00:27:12: Kultur ist nicht der Spielpalt, dass man ihn sozusagen gleichsetzt mit Ökonomie, gleichsätzt mit all den anderen Dringlichkeiten die wir in Gesellschaft haben.
00:27:22: Kultur is grundlegend essentiell – es iß das was wir im letzten Jahr als Begriff so schön gelehrt haben.
00:27:31: Es is systemrelevant und jeder der systemrelevant an Kultur kratzt der macht einen schweren Fehler.
00:27:40: Was wir in dieser Stadt nicht haben, ist dass Leute Ahnung hätten was man denn mit Kultur eigentlich meint und das ist natürlich etwas ganz anderes.
00:27:49: Was man mit Kultur meint heißt man müsste wenn man jetzt das Pina Pauschzentrum anspricht ja und die damit verbundenen Probleme ist es doch erstaunlich dass wir zwar ein Bauvorhaben haben und dass wir das Geld zusammen haben, dass wir dieses Bauvorhaben haben Aber uns nicht einen einzigen Mal Gedanken darüber gemacht haben, was wollen denn eigentlich die Tänzer?
00:28:10: Wie sieht denn der Betrieb aus innerhalb dieses Gefüges.
00:28:13: Wie würde denn sozusagen so ein Zentrum denn auch funktionieren?
00:28:16: im Sinne von Was kann es leisten?
00:28:19: Sondern wir machen an aller Walzprojekt heraus.
00:28:21: Wir sagen dann kommen die noch rein und das ist dann Kultur.
00:28:25: Und das ist der größte Fehler den wir immer machen Anstatt dass wir uns auf Exzellenz verlassen.
00:28:31: Ohne Pina-Bausch gebe es auf dieser Welt so viele moderne Tanztheateransätze nicht.
00:28:37: Wenn ich mir nur vorstelle, dass vom Wind von der Capos bis Antere ist Kerstmarker und viele andere Impulse aus diesem Tanztheatra herausgehoben haben wäre es für mein dafür halt ein Totalspannen zu sehen wie denn das was die Pina in die Welt getragen hat in ihrer Impulshaftigkeit wieder zurückkommt aus der Welt nach Wuppertal und zeigt, was es von Bina gelernt hat.
00:29:02: Und damit haben wir den Mehrwert.
00:29:04: Ich gebe Ihnen noch ein einfaches Beispiel, weil's so klar ist, was Kultur kann und weil wir uns oft zu wenig Vorstellungen machen.
00:29:11: Celine Dion macht demnächst sechs Konzerte in Paris – ich glaube, es sind sechs, das könnte sein, dass es mehr sind!
00:29:18: Das ist ein kulturelles Ereignis, weil sie lange nicht aufgetreten ist.
00:29:22: Aber es ist auch ein ökonomisches Eregnis, denn diese sechs oder zehn Konzerten bringen der Stadt Paris Fünfzig Millionen Euro Mehreinnahmen.
00:29:32: Mehreinahmen?
00:29:33: Mehreinhamen, unabhängig von dem was in dieser Stadt sonst passiert.
00:29:39: Nur diese zehn Konzerte an Leute die anreisen kommen, Wottels gehen essen andere Konsum also andere Kulturenrichtungen besuchen und vielleicht sich noch einen kleinen braunsenen Eiffelturm kaufen.
00:29:55: Also Dann reden wir genau von dem, was Kultur unabhängig ist.
00:30:00: Was es an Substanz zu leisten hat.
00:30:02: Also innerhalb des Gefüges auch noch leisten kann und zwar tatsächlich als eine Art Nebenprodukt.
00:30:08: Und was wir tun, ist immer, wir rechnen immer zuerst, was kann die?
00:30:11: Bringt die was?
00:30:12: Ja!
00:30:13: Und dann kommen wir schnell zum Schluss.
00:30:15: Sie kann nichts und sie kostet nur weil wir diese nächste Rechnung nicht aufmachen, was das gesellschaftlich bedeutet.
00:30:22: Schon fast ein gutes Schlusswort, aber zu negativ.
00:30:24: Wir ändern immer positiv diesen Podcast!
00:30:28: Was motiviert Sie?
00:30:29: Was treibt Sie an wenn sie morgens aufstehen und sagen ich kämpfe weiter?
00:30:34: Ich bin weiter ein Protagonist dessen was mich die letzten Jahre angetrieben hat und lass mich nicht depressive abdriften sondern steh morgens freudig auf.
00:30:46: Sagen wir mal, der Morgensbeispiel ist vielleicht nicht so gut.
00:30:50: Kein Frühaufsteher?
00:30:51: Schon!
00:30:52: Ja aber um sechs Uhr bin ich noch nicht in dieser Verfasstheit, also
00:30:55: in diesem
00:30:56: Aggregat sogar.
00:30:56: Wie ist es ehrlich?
00:30:58: Also er kommt um zehn.
00:31:01: Um zehn habe ich dann sozusagen die Grunddepression abgestreift und sagt ne sie ist gar nicht so scheiße wie ich.
00:31:07: Ich dachte doch nicht so.
00:31:08: Ist
00:31:09: eigentlich auch ganz schön.
00:31:10: Guck mal die Sonne scheint... Und da kann man kann was machen aus dem Tag.
00:31:13: Nein, ich glaube einfach Erstens, ich bin vor kurzem sechsundsechzig Jahre alt geworden und ich habe festgestellt das alles was mit der Autorität zu tun hat.
00:31:22: Und alles was sozusagen nach Rückwärts gewandt war nie erfolgreich war.
00:31:28: Und zweitens glaube ich dass wir gerade an einer wahnsinnig spannenden Schwelle stehen.
00:31:33: Dass ich so Lust habe, dass ich mir jeden Tag denke was könnte man denn eigentlich in meinem Alter jetzt noch anreißen ohne jetzt nur so der Balkonmappe zu sein?
00:31:43: Und ich glaube, das Wesentlichste
00:31:45: ... Waldorf oder Städtler?
00:31:46: Ja, wahrscheinlich
00:31:47: in der Personalunion.
00:31:50: Aber ich glaube dass das Entscheidende ist was unsere Generation vorantreiben muss.
00:31:55: wir müssen jetzt Fundamente legen für etwas wofür wir vielleicht die Ernte nicht mehr einfahren können und das ist ja eigentlich schön und spannende Prozess zu wissen dass wir jetzt noch etwas verändern können und Grundlagen legen können.
00:32:10: sei das also wie sieht es ja in Ihrer Wir in ihren Unternehmen auch immer machen, wir bauen Solaranlagen.
00:32:16: Wir schauen dass die Energiewende stattfindet und das versuche ich auf dem kulturellen Bereich oder eben auch im sozialen Bereich zur Bewusstsein zu bringen und irgendwie da meinen Beitrag zu leisten.
00:32:27: Und der macht riesig Spaß weil es einfach lustig ist sich auch in den Bereichen ein bisschen zum Matchen und so sagen Es gibt einen Horizont!
00:32:35: Wir müssen nicht bis zum Ende der Mühle laufen.
00:32:40: Herzlichen Dank lieber Herr Krasnitzer für das tolle, super Gespräch.
00:32:43: Es war sehr, sehr spannend.
00:32:44: also wir haben ganz ganz viel mitgenommen.
00:32:46: ich könnte jetzt noch stundenlang weiter reden und an alle Zuhörern und Zuhöhr wenn euch die Folge gefallen hat lasst gerne ein Feedback da oder sagt Freunden Bescheid dass es sich lohnt reinzuhören bei unserem Podcast und ich freue mich schon wieder aufs nächste mal.
00:33:01: vielen danke.
00:33:01: können wir jetzt endlich essen.
00:33:04: Herzlichen
00:33:05: Dank auch von mir!
00:33:07: Das war der Podcast mit Haltung und Trocken, bleibt neugierig, bleibt mutig, bleibt im Gespräch.
00:33:11: alles Gute, tschüss!
00:33:19: Mit
00:33:29: ihm sprechen wir über
00:33:29: die Frage, wie viel Wandel verträgt Traditionen.
00:33:33: Hat euch die Folge gefallen?
00:33:34: Dann freuen wir uns über eure Bewertung und über eure Gedanken auf Social Media!
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