Wettbewerb um kluge Köpfe: Verlieren wir unsere Talente?

Shownotes

Gast: Prof. Dr. Lambert Koch, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, ehemaliger Rektor der Bergischen Universität Wuppertal

Thema: Wettbewerb um Talente zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, Innovationsfähigkeit und die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Deutschland

Darum geht's in der Folge:

  • Wettbewerb um Talente: Warum er komplexer ist als er erscheint und was sich verändert hat
  • Deutschland als Studienstandort: Platz vier weltweit und trotzdem Nachwuchsprobleme
  • Wissenschaftliche Karrieren: Warum kurze Verträge und lange Qualifikationswege abschrecken
  • Wirtschaft und Wissenschaft: Warum die Kooperation in Deutschland noch nicht so eng ist wie sie sein könnte
  • Bürokratie und Misstrauen: Warum Beschaffungsprozesse und Regelwerke die Forschung bremsen
  • KI und Arbeitsmarkt: Warum gut ausgebildete Absolventen trotzdem keinen Job finden
  • Junior Uni Wuppertal: Wie Begeisterungspädagogik schon früh Neugier weckt

WSW Wuppertaler Stadtwerke: https://www.wsw-online.de/

Podcast: Mit Haltung und trocken, der Zukunftstalk mit Markus und Markus (WSW Wuppertaler Stadtwerke) Veröffentlichung: Juni 2026

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00:00:04:

00:00:22: Hallo

00:00:26: auch von meiner Seite.

00:00:27: Alles Gute und herzlich willkommen und schön, dass Sie dabei seid!

00:00:31: Wir haben ein wirklich spannendes Thema heute nämlich der Wettbewerb um kluge Köpfe.

00:00:37: Es ist ein globales Thema, es ist systemübergreifend und es ist spürbar für Wirtschaft, Wissenschaft und unsere Gesellschaft.

00:00:45: Insbesondere Unternehmen suchen zunehmend nach hochqualifizierten Talenten.

00:00:49: Zugleich stellen sich viele junge Menschen die Frage ob eine wissenschaftliche Karriere noch attraktiv und planbar ist?

00:00:57: Und die Frage, die wir heute diskutieren wollen, ist verlieren wir unsere Talente oder stehen wir vor einem grundlegenden Wandel der Systeme.

00:01:05: Über diese Frage möchten wir heute diskutieren und freuen uns ganz besonders, dass heute Professor Dr.

00:01:11: Lambert Koch bei uns ist.

00:01:13: Es wird ja gleich sicherlich noch ein bisschen selbst erzählen aber er ist Volkswirtschaftler aktuell Präsident des Deutschen Hochschulverbandes und davor warst du lieber Lambert vierzehn Jahre lang Rektor der Bergischen Universität.

00:01:27: Wir freuen uns Ganzes Besonderes das Du Heute Bei uns bist und das mit uns diskutiert.

00:01:33: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:34: Super

00:01:34: schön, dass du da bist!

00:01:54: Genuss für dich persönlich im beruflichen Alltag.

00:01:57: und gibt's Momente, in denen ein gutes Glas Wein vielleicht auch hilft Abstand zu gewinnen.

00:02:02: Und Dinge neu einzuordnen?

00:02:03: Ich meine es gibt natürlich auch eine selbst auferlegte Askäse bisweilen wenn man zu viel genossen hat zum Beispiel nach einem schönen Urlaub aber auf der anderen Seite wenn man sich an einem Abend mal mit was schön belohnt vor allem wenn der Tag ganz gut gelaufen ist dann ist das auch bei mir ein schönes Moment.

00:02:21: sehr schön

00:02:22: Lammert, wir starten immer mit so ein paar persönlichen Fragen um die Menschen, die mit uns sprechen auch bisschen besser kennen zu lernen bevor es dann in das reine fachliche Thema geht.

00:02:32: Was war dein erster Job und was hast du daraus fürs Leben gelernt?

00:02:37: Was hast Du mitgenommen?

00:02:39: Also ich zähle tatsächlich dazu auch immer meine Bundeswehrzeit.

00:02:42: Ich war zwei Jahre dabei Das nannte sich Reserve-Offizierlaufbahn Und das war das erste Mal dass ich wirklich nach dem Abitur Einen richtig geregelten Lebenswandel hatte.

00:02:54: Früher aufstehen und einen ganzen Tag nachgeordnet.

00:02:58: Manchmal auch Nächte überdauern, das war für mich eine ganz wichtige Lebenserfahrung.

00:03:05: Dazu gehört natürlich auch dass man mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenkam eben nicht mehr nur die Bappel also der Freundeskreis, die Familie und die vielen Menschen die man über die Schule kannte und den Ort in dem man aufgewachsen sondern jetzt eben wirklich junge Männer in dem Fall aus ganz Deutschland, aus ganz verschiedenen sozialen Schichten.

00:03:27: Das war eine für mich sehr wertvolle und prägende Erfahrung und dann hatte ich natürlich auch eine durchaus gute Ausbildung dort bekommen und war auch an verschiedenen Standorten.

00:03:39: also ich kam dann auch schon mal durch Deutschland was sich dann später fortgesetzt hat im Studium und danach.

00:03:44: aber da war es eben initial und insofern ganz besonders

00:03:49: Kannst du was beschreiben, was du mitgenommen hast?

00:03:51: Oder wo du sagst, da hab ich ein Schlüsseerlebnis gehabt.

00:03:54: Da denk' ich immer noch dran und das begleitet mich.

00:03:57: oder eine Charaktereigenschaft oder eine Marotte vielleicht, was auch immer, weil wo du sagtest ja, das erinnere ich mich noch, obwohl es so lange her

00:04:05: ist.".

00:04:06: Also im militärischen Teil hatte man durchaus auch einige Anforderungen, auch körperliche Anforderung bis dahin dass man eben dann nächtelang laufen musste bei Durchschlageübungen und da habe ich an mir gemerkt, dass Dinge die man früher freiwillig nicht gemacht hat jetzt aber einfach leisten musste.

00:04:27: Dass sie dann auch gingen.

00:04:28: also Ich habe gemerkt das doch die eigenen Grenzen auch dehnbar sind Und nicht dort wo man sich vielleicht vermutet.

00:04:35: Also eine eigentlich positive Erfahrung dass man auch mehr aus- und durchhält als man denkt

00:04:43: Von diesen Nachtmärchen bis zu deiner heutigen Position, das ist ein langer Weg mit tollen Punkten auch.

00:04:51: Gibt es so in deinem beruflichen etwas wo du heute sagst wenn du noch mal zurückblickst und die Entscheidung heute nochmal treffen müsstest ich würde etwas anderes machen?

00:04:59: Ich bin irgendwann mal falsch abgebogen oder da habe ich was gemacht wo ich gemerkt hab da habe mich geirrt.

00:05:05: Also dass soll jetzt nicht selbst zufriedenklingen aber eigentlich meine ich die Dinge wieder so machen würde.

00:05:12: Natürlich im Einzelnen, weil jeder Stationen gab es immer mal etwas was man anders machen würde.

00:05:17: aber die Wahl der Stationen so wie sie auf mich zukamen und ich hatte immer den Eindruck dass im richtigen Moment auch das Richtige kam, die würde ich nicht ändern.

00:05:26: super schön

00:05:29: wenn wir bei dir zu Hause springsen dürften.

00:05:32: Was würden wir auf deinem Nachtisch für ein Buch finden?

00:05:34: Jetzt mal von deinem Beruflichen.

00:05:36: Du musst ja ganz viel beruflich lesen und du bist ja auch weiterhin wissenschaftlich interessiert, ein bisschen kennen wir uns ja auch.

00:05:42: wenn du das mal weg nimmst und die Bücher bei Seite schiebst was für ein anderes Buch liegt da was du vielleicht gerade liest wo dein Interesse ist?

00:05:50: Ja dann liegen tatsächlich auch keine Bücher die ich dienstlich lesenn muss oder aus wissenschaftlichen Gründen Da liegen nur Bücher lesen will und immer in der Reihenfolge der Priorität.

00:06:04: Und die Momente liegt tatsächlich eine Biografie über Hannah Arendt ganz oben von Alois Prinz, in der habe ich auch schon von – weiß jetzt gar nicht, es werden ungefähr dreihundert Seiten sein – hab' ich tatsächlich schon Hundert neunzig gelesen und habe das mit sehr viel Interesse und möchte auch sagen Genuss gelesen.

00:06:26: Spannend!

00:06:27: Eine zweite persönliche Frage so zum Einstieg, bevor wir dann tiefer in unser eigentliches Thema eindringen.

00:06:33: So was überrascht dich am Menschen immer noch nach all den Jahren im Beruf?

00:06:37: Ja eine nicht einfache Frage aber ich glaube tatsächlich was immer mal wieder passiert ist dass man entdeckt was doch die Menschen die man zu kennen glaubt noch für unentdeckte Potenziale haben.

00:06:53: Also jetzt zunächst natürlich aus meiner Sicht und von mir unentdeckt, aber dass man sagt da ist doch jemand mit dem hast du jetzt länger zusammengearbeitet den hast schon oft getroffen.

00:07:02: Und ganz plötzlich merkst du ach was der auch noch auf dem Kasten hat?

00:07:07: Das gibt einem natürlich auch zu denken wenn man irgendwo Verantwortung in Organisationen hat das man sagt vielleicht müssen wir doch noch mehr tun um die Individualität und die Leistungsfähigkeit und die Potenziale der Menschen wirklich zu entdecken.

00:07:20: Wir müssen mit Blick auf dass gegenüber vielleicht noch neugieriger werden, in einer

00:07:27: positiven

00:07:28: Art und Weise.

00:07:29: Und das kann dann unser Arbeitsleben und das Gemeinsame was man zu bewältigen hat in jedem Fall bereichern.

00:07:36: Steigen wir ein ins Thema um unsere Talente und Kompetenzen?

00:07:42: Lambert, wie ist deiner persönliche Einschätzung?

00:07:44: Das Thema Wendbewerb der Köpfe.

00:07:46: ich glaube man kann sagen den gibt es.

00:07:48: Ich glaube so viel kann man in der Folge vorwegnemen, ohne es jetzt über die Diskussion zu erarbeiten.

00:07:54: Wettbewerb um die Köpfe – wie empfindest du den?

00:07:58: Und glaubst du wir haben das alle schon verstanden was die Konsequenz davon ist und was notwendig ist jetzt zu tun, um in diesen Wett bewerben richtig einzusteigen?

00:08:10: Also zunächst ganz klar ja diesen wettbewerk gibt es und das verbirgt sich ja auch schon hinter deiner Frage durchaus sehr komplex und von daher nicht ganz einfach verstehbar.

00:08:24: Und was insbesondere spannend ist, zum einen wie er sich verändert hat über die Jahre und auch wie sehr das, was auf den Erfolg bei diesem Wettbewerb einzahlt, auch langfristig angelegt ist.

00:08:42: also dass wir jetzt sagen nicht nur die Köpfe anschauen, die wir vor Augen haben beispielsweise wenn junge Menschen von ihrer Ausbildung in den Arbeitsmarkt gehen, sondern dass man eben auch schon fragt wie lange ist deren Ausbildung?

00:08:56: Wie ist die gelaufen?

00:08:57: Welche Rolle spielt nicht nur ein Studium.

00:08:59: Das ist ja erstmal der Fokus, den wir besonders haben, die wir im universitären Bereich tätig sind.

00:09:04: aber wie viel spielt da auch die Familie schon mit rein?

00:09:07: Die soziale Umgebung ganz besonders auch die Schule.

00:09:11: Ich glaube das wäre in Deutschland das an dieser Stelle noch ganzheitlicher sehen müssen, als das bisweilen im Moment der Fall ist.

00:09:19: Wenn wir davon reden so Wettbewerb der Köpfe, woran zeigt sich für dich so konkret dass sich dieser Wett bewerbt?

00:09:26: Dass er härter geworden ist oder dass es härter geführt wird als vor zehn oder fünfzehn Jahren.

00:09:31: Also man muss natürlich zunächst fragen um wem wird hier konkurriert?

00:09:36: Das eine ist ja die Hochschulen um Studierende konkurrierend und das tun sie durchaus weltweit von Interesse auch, welche Länder sind interessant für Studierende aus aller Welt.

00:09:51: Und da muss man sagen dass Deutschland offensichtlich wenn man die Anzahl der Interessenten und der Nachfragerinnen und Nachfragen anschaut das dann Deutschland an Attraktivität gewonnen hat.

00:10:02: Wenn wir da die neuesten Zahlen sehen, dann wissen wir dass wir jetzt auf Platz vier sind.

00:10:08: immer noch sind die USA vorne.

00:10:10: Wenn man manchmal den Eindruck hat, alles dafür tun das nicht mehr zu sein.

00:10:15: Dann kommt Großbritannien immer noch dann Australien und dann so die Zahlen Deutschland auf Platz vier.

00:10:20: also wir haben nachdem wie man zählt zwischen vierhunderttausend und fünfhundertausend junge Menschen aus aller Welt die an unseren Hochschulen studieren.

00:10:29: Das ist ja erstmal eine gute Nachricht auch eine große Chance Auf der anderen Seite.

00:10:34: Und das ist ja das worauf auch die Frage abzielt wenn wer jetzt fragen wer bleibt eigentlich an den Hochschulen.

00:10:43: Denn auch wir benötigen ja dringend hervorragende Arbeitskräfte, da sehen wir das die Lust um es mal sozusagen eine wissenschaftliche Karriere anzustreben im Rückgang begriffen ist und das macht uns im Moment tatsächlich Sorgen!

00:11:00: Und der Wettbewerb ist natürlich auch da ein internationaler.

00:11:03: Auch da kann man sehen dass auf die besten Köpfe Gerade in den jetzt sehr nachgefragten Fachrichtungen, auch ins Ausland streben.

00:11:14: Dass sie in die Industrie streben und dass sie in internationale Organisationen gehen.

00:11:19: Das ist uns aber schwerfällt Sie an unseren Hochschulen, an den Universitäten zu halten.

00:11:24: Woran liegt das?

00:11:24: Du hast gerade schon in der Frage davor gesagt, dass wir es ganzheitlicher begreifen müssen um das Thema länger zu begleiten und auch vorzubereiten, so habe ich es zumindest verstanden.

00:11:35: Wo sind sonst die Schwächen?

00:11:37: Warum halten wir diese Kräfte und Talente nicht hier?

00:11:41: Was machen die anderen

00:11:41: anders?".

00:11:43: Also es sind schon für den Nachwuchs ... Hören die manchmal nicht gerne, ich sage jetzt einfach mal... Für den Nachwachs sind die Rahmenbedingungen einfach nicht so wie sie sein könnten oder sollten.

00:11:58: Ja, erst mal triviale Dinge wie die Frage was bekommst du für einen Vertrag?

00:12:02: Wir haben häufig sehr kurzlaufende Verträge von nur einem Jahr.

00:12:08: Die Qualifikationswege sind sehr lang und man weiß noch bis in ein Alter von bis Anfang vierzig noch nicht ob man der nun wirklich an der Uni auch bleiben kann, ob man zum Beispiel eine Professur erhält oder nicht.

00:12:22: da sind andere europäische Länder auch transatlantisch deutlich schneller.

00:12:28: Da hat man sehr viel schneller eine Gewissheit, dass man jetzt damit rechnen kann und ich meine ein junger Mensch der eine Familie gegründet hat will ja nun dann auch wissen ob und wie er die Familie ernähren kann wo denn der Lebensmittelpunkt sein wird.

00:12:41: all diese Dinge.

00:12:41: also das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:12:43: wir sind auch sehr administrativ also viele viele kleinteilige Vorgänge die einem das Leben in der Hochschulwelt nicht einfach macht wenn es darum geht bestimmte Dinge zu beschaffen, die für Forschung im Hightech-Bereich nun einmal nötig sind.

00:12:59: Dann sind schon die Beantragungsprozesse lang, dann ist die Dauer bis man auch wirklich die Ausrüstung hat sehr lange und das ist ja alles ein Moment der Wettbewerbsfähigkeit unseres

00:13:12: Standorts.".

00:13:12: Also ist dann das Konkurrenz gibt zwischen Wirtschaft und Wissenschaft um dieselben qualifizierten Arbeitskräfte?

00:13:18: Ist es dann für dich eher eine gefährliche Entwicklung als ein produktiver

00:13:22: Wettbetrieb?".

00:13:23: Teils teils.

00:13:24: Es muss ja nicht unbedingt immer wirklich so sein, dass es einen entweder Oder gibt sondern man kann das durchaus auch sequenziell sehen.

00:13:33: Man kann ja sagen jemand der an einer Universität in guter Kooperation mit der Wirtschaft sich qualifiziert hat zum Beispiel promoviert hat eine Forschungsgruppe geleitet hat sagen wir mal im Bereich Quanten Computing oder im Bereich Data Sciences Der kann dann ja anschließend eine entsprechende Führungsposition zunächst mal im Bereich Forschung und Entwicklung an einem entsprechenden Unternehmen dann auch einnehmen.

00:14:01: Da wäre ja durchaus eben auch ein sequenzieller Karriere Schritt sinnvoll, was problematisch ist zum Teil zumindest das bei uns die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft immer noch nicht so ist wie sie sein könnte.

00:14:20: Beispiel machen, also in Amerika oder so ist es ja wahrscheinlich auch wenn's im Moment in Teilen ein schlechtes Vorbild für die Frage der Wissenschaft ist.

00:14:30: Zumindest was wir manchmal über die Überschrift mitbekommen.

00:14:35: Was läuft da denn anders?

00:14:36: Was ist denn besser zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in den Ländern wo es funktioniert?

00:14:42: Wo glaube ich auch viel aktiver, wenn ich das so sagen habe, viel aktiva um junge Talente geworben wird und sich auch mehr angestrengt wird, glaube ich.

00:14:52: Zumindest subjektiv so.

00:14:54: Also ich denke das ja man kann ruhig da auch weiterhin in Richtung USA schauen denn Trump hat zum Glück noch nicht alles zerstört.

00:15:03: dann sieht man da dass eben die man sagt ja so schön die Ökosysteme also die Innovationssysteme Das Miteinander das Kooperieren von verschiedenen Playern im regionalen Kontext deutlich Enger ist.

00:15:17: Also wenn man jetzt Wissenschaftseinrichtungen hat, Forschungsnahe, Institute aber eben auch Unternehmen im Hightech-Bereich dann arbeiten die sehr viel enger.

00:15:27: Dann tauschen sie nicht nur sehr viel schneller und intensiver Wissen aus sondern das geht eben auch einher mit dem Austausch der Personen die Wissensträgerinnen und Träger sind.

00:15:37: Das ist sehr viel einfacher.

00:15:38: bei uns muss man sich dann doch eher entscheiden.

00:15:41: bin ich hier oder dort Weil vieles dann eben auch wieder Fragen der Vertragsgestaltung betrifft, Fragen der Finanzierung.

00:15:49: bei uns wird dann doch immer noch kritisch geschaut wenn Unternehmen beispielsweise Forschungsgelder an die Hochschulen fließen lassen.

00:15:56: Dann hat man sofort Angst oh da ist ja eine ungebührliche Einflussnahme gegangen Da werden vielleicht irgendwelche Ergebnisse bezahlt, die dann in eine bestimmte Richtung gehen müssen, weil es so gewollt ist.

00:16:09: Lobbyismus bis dahin auch und stört mich immer dran, dass Dominieren zu einem Misstrauen ist.

00:16:19: Dass sich dann natürlich auch im gesamten Regelwert niederschlägt in Gesetzen und so weiter.

00:16:23: Dass man denn doch erst mal sagt da muss ein Vertrauensvorschuss sein das eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eben sauber läuft und dass sie sagen, der gesamten Volkswirtschaft zugute kommt.

00:16:37: Wenn sie eng ist, wenn sie variabel ist ... Einmal Phasen dort, einmal Phasendort hat, das gelingt uns nicht so.

00:16:45: Da sind wir zu deutsch, möchte ich fast sagen.

00:16:47: Zu akkurat und manchmal eben auch zu misstrauisch.

00:16:51: Passt jetzt die nächste Frage auf, finde ich gar nicht schlecht dazu.

00:16:54: Inwiefern hängen ... Die Attraktivität wissenschaftlicher Karrieren zum einen und die wirtschaftliche Innovationsfähigkeit eines Landes unmittelbar zusammen.

00:17:05: Nun ja, wir wissen das gerade in den Branchen- und Technologiebereichen, die heute angesagt sind.

00:17:13: Das hat natürlich ganz viel mit der Digitalisierung zu tun.

00:17:18: Nachhaltigkeits-Transformation zu tun mit den Fragen, die sich um das Thema neue Energien ranken.

00:17:25: Dass das eben Wissensbereiche sind, die ganz stark von tiefer Forschung und eben auch entsprechend in Entwicklungsprozessen profitieren – und die sind nun mal in der Wissenschaft angesiedelt!

00:17:39: Und da sind eben diese Verbindungen zwischen Unternehmen, die dort unmittelbar anknüpfen Vorleistungen, die aus der Wissenschaft benötigt werden.

00:17:50: Extrem wichtig!

00:17:51: Das hat sich schon geändert wenn wir denken was früher sozusagen in der Breite der traditionellen industriellen Aufstellung unserer Volkswirtschaft wichtig war auch immer schon Wissen.

00:18:02: aber doch war diese so unmittelbare Anbindung von Wirtschaft an Wissenschaft noch nicht in dem Maße gegeben.

00:18:10: Du kennst das System jetzt von ich würde sagen von allen Seiten.

00:18:13: du hast selbst gelehrt Du hast sehr erfolgreich eine Hochschule geleitet und schaust jetzt aus der politischen Sicht auf das Thema, die Wissenschaft über den Verband.

00:18:27: Was würdest du morgen ändern?

00:18:32: Ein, zwei Dinge wirklich sofort umstecken.

00:18:35: Das ist ein sehr langwieriges System insbesondere Lehre und Wissenschaft usw.

00:18:40: Es dauert ja alles sehr lange bis sich etwas auch verändert in diesen Strukturen.

00:18:44: aber wenn du morgen zwei Schalter bewegen dürftest welche wären das?

00:18:49: Also ich denke ein ganz wichtiger Punkt ist dass wir noch interdisziplinärer werden müssen also die Wissenschafts-Bereiche enger zusammenarbeiten müssen, dass wir deswegen auch Institutionen schaffen müssen.

00:19:03: Wo das möglich ist?

00:19:05: Dass wir nicht so spartenmäßig denken und sagen hier haben wir also die Elektrotechnik da, haben wir die Informatik, da haben wir diese Physik.

00:19:12: Da haben vielleicht die Wirtschaftswissenschaften, sondern dass wir mehr Plattformen schaffen wo in der Wissenschaft diese jungen Menschen oder älteren Menschen intensiv zusammenarbeiten.

00:19:24: Das dabei eben auch Unternehmensvertreter und Vertreter unmittelbar Eingang haben, die eben auch in diesen Bereichen Forschung und Entwicklung arbeiten.

00:19:33: Da lässt sich viel denken was eben die Intensität einer solchen Zusammenarbeit fördert.

00:19:39: Dafür müssen wir – und das wäre ein zweites – dafür müssen wir eben auch die Regeln so verändern dass das möglich wird.

00:19:47: Das sind wir wieder bei diesem Thema, dass wir von einer Misstrauens zu einer Vertrauenskultur kommen und natürlich gehört dann auch so etwas dazu, dass wir dem wissenschaftlichen Nachwuchs längere Verträge geben.

00:19:59: Dass wir eben nicht sagen du musst also immer zum Jahresende fürchten das dein Vertrag nicht verlängert wird.

00:20:04: Das ist nicht überall so.

00:20:05: aber in der Tendenz gehört auch das zu vertrauen, dass sie sagen ja wenn da so gute Leute sind was kann uns denn besser passieren als wenn die bei uns bleiben?

00:20:15: Und deswegen muss sich das da zum Ausdruck bringen.

00:20:19: und dann natürlich eben auch diese ganze Frage von Beschaffungsprozessen.

00:20:24: Das klingt jetzt vielleicht für den, der nicht so tief drin ist auch ein bisschen vielleicht als abseitiges Thema.

00:20:31: aber es ist eben wirklich so dass wenn man für sagen wir mal Hightech Bereiche die man ausstatten muss etwas beschaffen will und weiß da gibt es eben nur eine Firma in Europa die das so herstellt.

00:20:44: Warum macht man dann eben noch eine ganz große Ausschreibung, wo man manchmal nicht nur monatelang sogenannte vielleicht länger als ein Jahr wartet und dann wissen wir das im gleichen Moment dass in Indien oder China oder auch in den USA nicht nur längs beschafft wurde sondern dass wir da schon malenweit in der Forschung voraus sind?

00:21:02: Warum müssen wir uns das Leben hier so schwer machen?

00:21:05: Und wieder sind wir beim Thema Vertrauen versus Misstrauen.

00:21:09: Gibt es so weitere Faktoren aus deiner Erfahrung, die dazu führen könnten, Talente nicht nur zu gewinnen für Universitäten sondern auch zu halten?

00:21:39: frühen Qualifizierungsphasen den jungen Menschen auch nahebringen.

00:21:44: Ich will mal ein Wuppertaler Beispiel bringen, wir haben hier die Junior-Uni und in der Junior-Union heißt nicht umsonst Uni weil hier eben den Jungen Menschen mit einem Ansatz den wir mal Begeisterungspädagogik genannt haben gezeigt wird das Neugier.

00:22:02: etwas Faszinierendes ist dass neugier kreativität weg das fragen etwas sein können, was unglaublich spannend ist und diesen Fragen dann nachzugehen und nach Lösungen zu suchen.

00:22:15: Etwas sehr Erfüllendes ist!

00:22:17: Und damit haben wir schon im Alter zwischen sechs und siebzehn Jahren, so ungefähr siedeln die sicher an.

00:22:24: Haben wir ja eigentlich schon etwas zugrunde gelegt was dann hier und da eben auch die Frage erlaubt gibt es sowas eigentlich auch im Berufsleben?

00:22:31: Kann ich das auch als Erwachsener machen?

00:22:33: also das wäre auch etwas wo wir vielleicht lernen können und ich weiß ja dass jetzt auch schon andere Standorte sowas Ableger der Junior Uni auch schon gegründet haben.

00:22:43: Ich kann nur dafür werben, dass ihnen noch größeren Stil zu tun.

00:22:48: Darf man auch an der Stelle mal sagen, das ist ein ganz tolles Projekt.

00:22:52: Ganz tolle Initiative.

00:22:53: Alle einmal googeln Junior Univopatal.

00:22:56: Ist wirklich toll!

00:22:57: Kann man nur verwerben... Absolut,

00:22:58: absolut.

00:22:59: Das tue ich gerne und überall.

00:23:00: Wenn wir jetzt täglich in die Zeit umschauen, ist insbesondere in Deutschland jetzt das Thema Wirtschaft im Kontext der politischen Diskussion oder auch der Konjunkturdiskussion stark im Fokus?

00:23:13: Es muss etwas passieren was auch immer dann da... im weiteren Text zu verstehen ist.

00:23:21: Sei es mal drum, welchen Beitrag könnte die Wissenschaft jetzt in Kombination mit der Wirtschaft leisten um die Probleme, die wir unbestritten haben?

00:23:32: In der Konjunkturfrage, in der wirtschaftlichen Frage, welcher Beitrag kann die Wissenschaft leisten oder wo kann die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bei dieser Problemlösung helfen?

00:23:45: in der Perspektive?

00:23:47: Also ich denke dass die Zukunftsbranchen, die wir ja alle kennen über, die immer gesprochen wird.

00:23:55: Dass sie tatsächlich nach wie vor auch hervorragende Talente und gut ausgebildete junge Menschen brauchen.

00:24:03: Das wird zu gleichem Moment aber etwas sehen was fast ein bisschen paradox anmutet nämlich das junge Menschen, die direkt von der Uni kommen durchaus auch im sogenannten Mintbereich Mathematik, Ingenieurwissenschaften und Naturwissen haben Informatik-Technologie, dass die manchmal erst keinen Job finden.

00:24:23: Und da fragt man eben warum ist das so?

00:24:26: Nun ja, die KI spielt eine große Rolle und viele Unternehmen denken solche eher repetitiven Jobs einfachere Analysejobs, Strukturierungsjobs kann ja jetzt zunehmen, die KI übernehmen Menschen, die darüber hinaus Dinge komplexere Probleme strukturieren können.

00:24:50: Die in der Kommunikation stark sind und die auch interdiszipliniert denken können, die den Horizont weiten können in ihren Arbeiten.

00:25:01: Und ich glaube da könnten auch Wissenschaft und Wirtschaft enger zusammenarbeiten um eben zu sagen ja wenn das offenbar die Absolventen noch nicht in dem Maße haben, dann müssen wir eben die Absolvente schon während ... die kommenden Absolvente schon während ihres Studiums mehr begleiten.

00:25:17: Dann muss dieser Austausch schon eben früher beginnen vielleicht schon im spätestens im Masterstudium beginnen.

00:25:26: also natürlich gibt es entsprechende Ansätze es gibt Praktikaes, es gibt Werkstudenten schaffen aber noch nicht der Breite so dass man dann eben sagt ja diesen Das können wir überspringen, dass die jungen Menschen erst mal gefrustert werden und nicht unterkommen.

00:25:39: Obwohl wir sehr prinzipiell brauchen.

00:25:41: aber eben meinen sie hätten diese Erfahrung noch nicht die heute mehr und mehr gesucht wird in Zeiten der KI.

00:25:48: Wir haben ja auch viel von internationalen Vergleichen gesprochen.

00:25:52: was würdest du so zum Abschluss sagen wenn du nach zehn Jahren nach vorne schaust woran würdest Du erkennen das Deutschland den Wettbewerb um die Talente erfolgreich gestaltet hat?

00:26:02: Ja ich mein Es gibt natürlich so Kennzahlen, die das zeigen und das sind ganz sicherlich also erst mal großen volkswirtschaftlichen Kennzahl wie das Sozialprodukt.

00:26:15: So weit kann man das denken?

00:26:16: Also was wir an Ressourcen reingeben und die Ressource wissen ist nun einmal mittlerweile spätestens jetzt die zentrale Ressurse.

00:26:25: Das ist dann am Ende auch entscheidend dafür Ob wir weiter durchgereicht werden im Sozialprodukt Ranking und Plätze verlieren oder ob wir doch irgendwann da auch den Turnaround schaffen.

00:26:37: Dann hängt damit unmittelbar zusammen, ob wir unsere Menschen in Lohn- und Brotkriegen in Deutschland.

00:26:42: Auch das ist wichtig.

00:26:43: aber dann eben auf die Frage wo können wir wirklich in den Bereichen mithalten?

00:26:50: Wo die großen Antworten auf die großen Fragen der Zukunft gestellt werden.

00:26:55: Da sehen wir momentan eher Abwanderung als dass wir Schritt halten können in Richtung Indien zum Beispiel, China überhaupt Südostasien.

00:27:05: Also auch da müsste die Tendenz gedreht werden.

00:27:09: das wäre meine große Hoffnung.

00:27:10: das ist prinzipiell möglich aber es reicht eben nicht dann immer nur an in bestimmten Diskussionsrunden über zum Beispiel Abbau von Administration zu reden sondern wir müssen endlich auch wie so schön heißt ins Handeln kommen.

00:27:27: Du bist ja genau an dieser politischen Schnittstelle gerade, wenn ich das so sagen darf als Lobbyist für die Wissenschaft.

00:27:34: Und das ist auch nicht nur Vergnügungssteuerpflichtig, schätze ich mal in den Fragen und Gesprächen, was motiviert dich denn persönlich?

00:27:43: Das weiter voranzutreiben, warum stehst du morgens freudig auf, springst in den Zug nach Berlin, nach Bonn, nach Brüssel wo auch immerhin um für das Thema zu kämpfen?

00:27:57: Ja, ich hätte jetzt fast Schatzesalber gesagt.

00:27:59: Wenn ich in den Zug reingehe ist die Laune noch gut wenn ich dann mit zwei Stunden Verspätung irgendwo bin nicht mehr.

00:28:05: aber Ich will es gar nicht so negativ sehen denn die Antwort liegt eigentlich gerade darin weil ich ein unverbesserlicher Optimist bin und weil ich glaube dass Es eben unglaublich wichtig ist die richtigen Menschen zusammenzubringen.

00:28:18: auch ein ständiges Politik bashing macht keinen Sinn weil wird es dann ja Bürgerinnen und Bürger immer Madiger machen eben ein positives Bild von Politik zu suchen.

00:28:31: Was auch

00:28:31: nicht so gute Entwicklung führt?

00:28:32: Nein, was zu sehr unguten Entwicklungen führt.

00:28:34: wir haben ja noch zwei Wahlen in diesem Jahr vor uns und wir wissen was uns da droht.

00:28:39: also insofern ist es glaube ich gerade auch an der Stelle wichtig nicht nur einen Zweck Optimismus an den Tag zu legen sondern eben über einen Marken von Positionen Von Ideen Und eben auch über das zusammenbringen Ideenträgerinnen und Träger etwas voranzubringen.

00:28:58: Und das kann wirklich durchaus gelingen, und gelingt auch in zunehmenden Maße da wo eben bestimmte Voraussetzungen dazu können natürlich auch Infrastruktur der Voraushetzung wo die gegeben sind.

00:29:11: ein paar Ideen hatten wir ja gerade auch schon im Gespräch heraus gearbeitet.

00:29:16: So als Abschluss

00:29:17: war es schon wieder Wahnsinn.

00:29:18: Zeit ist schnell rumgegangen.

00:29:20: Vielen, vielen Dank.

00:29:21: Das war unsere heutige Folge zum Wettbewerb der Köpfe und zur Frage wie eng die Zukunft von Wirtschaft und Wissenschaft miteinander verbunden ist.

00:29:30: Vielen Dank, lieber Lambert, dass du unser Gast warst und für deine Einblicke analysen und vor allem für deine Perspektiven.

00:29:37: Danke, dass ihr eingeschaltet habt, dass sie uns zugehört habt!

00:29:40: Und wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert sie oder abonniert unser Podcast insgesamt.

00:29:46: Bis zur nächsten Folge – wir freuen uns!

00:29:49: Vielen Dank auch von meiner Seite.

00:29:50: Das war's wieder mit dem Podcast Mithaltung und Trocken!

00:29:53: Lieber Lambert, vielen dank dass du dabei warst.

00:29:56: Auch danke an alle die zugehört haben.

00:29:58: bleibt neugierig, bleibt mutig, bleibt im

00:30:00: Gespräch.

00:30:01: Alles Gute Tschüss

00:30:02: Danke ein Markus und Markus.

00:30:05: Das war Mithaltung & Trocken Ein Podcast der Ruppertaler Stadtwerke Mit Markus Hilkenbach und Markus Schlomski.

00:30:13: In der nächsten Folge begrüßen wir Kerstin Abraha Vorständen und Arbeitstirektorin der Stadtwerke Krefeld.

00:30:20: Mit ihr

00:30:21: sprechen wir

00:30:21: über Tradition und Transformation und Identität im Stadtwerk.

00:30:26: Hat euch die Folge gefallen?

00:30:27: Dann freuen wir uns über eure Bewertung – und über eure Gedanken auf Social Media!

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