Lothar Leuschen: Wer erzählt unsere Stadt? Lokaljournalismus im Wandel

Shownotes

Unser Thema: „Wer erzählt unsere Stadt?“ – Lokaljournalismus im Wandel Unser Gast: Lothar Leuschen, Chefredakteur Westdeutsche Zeitung, Lokalredaktion Wuppertal

Was passiert mit einer Stadt, wenn niemand mehr genau hinschaut? Wenn Informationen schneller werden, aber Einordnung seltener? Und wenn Debatten zunehmend in sozialen Medien stattfinden, statt im lokalen öffentlichen Raum?

In dieser Folge von „Mit Haltung und trocken – der Zukunftstalk“ sprechen wir mit Lothar Leuschen über den tiefgreifenden Wandel im Lokaljournalismus. Zeitungen galten lange als zentraler Ort für Debatten in der Stadtgesellschaft. Heute konkurrieren sie mit einer Flut von Informationen, Meinungen und Gerüchten aus digitalen Kanälen.

Unser Gast beschreibt, warum Lokaljournalismus gerade jetzt unverzichtbar ist: als Ort für politische Diskussion, für sorgfältig recherchierte Nachrichten und für Perspektiven, die über schnelle Schlagzeilen hinausgehen.

Und wir lernen auch den Menschen hinter dem Chefredakteur kennen: Wenn Sie wissen möchten, welche Rolle Feuerzeuge in Lothar Leuschens Berufsleben spielten und was ihn außer Toren regelmäßig ins Fußballstadion lockt, dann sollten Sie unbedingt in diese Podcast-Folge reinhören.

Mit Haltung und trocken – der Zukunftstalk mit Markus und Markus. Ein Podcast der WSW Wuppertaler Stadtwerke.

https://www.linkedin.com/in/lothar-leuschen-585893146/ März 2026

Transkript anzeigen

00:00:05: Mit Haltung und Trocken.

00:00:06: Der Zukunfts-Talk mit Markus und Markus.

00:00:13: Heute zu Gast Lothaläuschen,

00:00:15: Chefredakteur

00:00:16: der Westdeutschen

00:00:17: Zeitung, Lokalredaktion Wuppertal.

00:00:21: Hallo und herzlich willkommen zum Mithaltung & Trocken des Zukunfts Talk mit Markus & Markus.

00:00:26: Mein Name ist Marco Schlomsky, Arbeitsdirektor und Geschäftsführer der WSW.

00:00:29: Auch von meiner Seite herzlich willkommen!

00:00:30: Schön dass ihr wieder dabei seid.

00:00:32: Lieber Lothar schön das du heute unser Gast bist.

00:00:35: Wir wollen heute über eine Frage sprechen die auf den ersten Blick einfach klingt und bei näherem Hinsehen ziemlich grundlegend ist nämlich wer erzählt eigentlich unsere Stadt?

00:00:45: Lokaljournalismus steckt mitten in einer Transformation.

00:00:48: Zeitungen verlieren Abonnenten, Informationen verbreiten sich schneller denn je und die Einordnung, die Nähe und Vertrauen werden gleichzeitig immer wichtiger.

00:00:57: Was bedeutet das für Redaktionen?

00:00:59: Für die Lokalredaktion?

00:01:01: Und welche Verantwortung tragen Journalistinnen und Journalisten gerade dann wenn Orientierung schwierig ist?

00:01:06: darüber würden wir heute gerne mit ihr sprechen.

00:01:11: Aber zu unserem Podcast gehört auch immer wieder ein Glas Wein.

00:01:13: Heute trinken wir einen Pinot Grigio Was mich mal interessieren würde, während gleich über Nachrichten, über Tempo, über öffentlichen Debatten, über Transformation.

00:01:22: Es passiert unwahrscheinlich viele auch in der Welt.

00:01:24: Wann geliegt es dir eigentlich wirklich mal abzuschalten und so ohne Schlagzeilen, ohne Nachrichten lagen?

00:01:30: Wann bist du einfach nur den Mensch loter leuschen?

00:01:32: Ganz ehrlich selten!

00:01:34: Also ich bin immer ein Mensch und ich finde auch das Nachrichten nicht behältigend sondern ich sage immer ich bin ein Journalist Neugierig wie ein Waschweib muss ich auch sein.

00:01:42: Aber es gibt Momente, in denen ich wirklich abschalten kann also auch von privaten Dingen die mich umtreiben oder sowas.

00:01:47: das ist wenn ich im Fußballstadion bin.

00:01:49: Also ich gehe öfter zum WSV weil ich den WS-V ganz gerne aber weil ich Wuppertaler bin und dass er sehr gerne im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeit unterstützen möchte.

00:01:56: Ich bin aber tatsächlich einen so jungen Fohlen bin nicht mehr ich bin eher so alt vergauelt aber ich bin seit fünfzig Jahren Fan von Borussia Mönchengladbach Und das ist immer wenn ich dann im Stadion... Macht ja nichts.

00:02:08: Dann kann man gerne drüber streiten, aber auch diesen was du nicht gewinnen können.

00:02:12: Nee es ist so dass in den zwei Stunden die man im Stadion wirklich abschalten kann.

00:02:16: Also ich bin dann mit Fußball beschäftigt, mit blöden Sprüchen und einer von den fünffünfzigtausend Tränern die da stehen weiß ohnehin alles besser und wir überbieten uns sind alles besser wissen und das eigentlich ganz schön.

00:02:29: Herzlich

00:02:30: willkommen!

00:02:30: Vielen Dank.

00:02:31: Stoßen

00:02:31: wir mal an?

00:02:32: Ja.

00:02:33: Und versuchen das zu trinken.

00:02:35: Lothar, wir starten am Anfang immer mit ein paar persönlichen Fragen.

00:02:38: Damit wird dich alle etwas besser kennenlernen und ich starte was war dein erster Job?

00:02:43: Und was hast du daraus fürs Leben gelernt?

00:02:46: Da gibt es zwei.

00:02:46: ganz früh als Schüler habe ich bei einer Nachbarsfamilie das war schon eine Familie Es waren drei Damen die noch lebten alle jenseits der Achtzig.

00:02:54: Die hatten so einen Anwesen und da standen so viele Buchsbrom-Häcken rum und damit gab's so viele Wege in dem Garten Und die brauchten jemanden, der das Unkraut entfernt hat.

00:03:02: Das habe ich damals gemacht für zwei D-Marktistunde.

00:03:04: Ich bin von denen wirklich geknächtet und geknebelt worden.

00:03:06: Es war überhaupt nicht so schön!

00:03:08: Seitdem hab' ich auch keinen grünen Daumen mehr.

00:03:10: Also ich bin keine fremde Gartenarbeit aber Fan von Garten.

00:03:14: Meine erste richtige Arbeit hatte ich... Mit drei Zehn bin ich schon arbeiten gegangen in den Schulferien.

00:03:19: Habe ich T-Shirts bedruckt und beflocked.

00:03:21: So von Handaufwandeln vom Mannschaften.

00:03:23: Und meine erste Anstellung hatte ich tatsächlich als Maschinenführer in einer Feuerzeugführerin.

00:03:30: Wir haben dort gearbeitet, als festbeschäftigter, da bin ich so reingerutscht worden ...

00:03:34: Auch hier im Wuppertal?

00:03:34: Nee, das war ein Mönchenglab nach Giesenkirchen eine japanische Firma, die hat Feuerzeuge hergestellt und also Einweg-Feuerzeugeher gestellt.

00:03:42: Da hab' ich als junger Mann im Schichtdienst relativ gut verdient, ehe ich dann nach und nach meinen Traum erfüllt habe den ich immer schon hatte, also seitdem ich siebzehn bin oder so Journalist zu werden.

00:03:53: Sehr gut!

00:03:55: Wenn du heute auf deinem beruflichen Weg schaust, gibt es eine Entscheidung die du mit dem Wissen von heute anders treffen würdest?

00:04:02: Nein sehr gut super.

00:04:04: Tut mir auch leid ist aber so.

00:04:07: Gibt es denn eine Geschichte oder eine Recherche?

00:04:10: Du machst das ja schon sehr lang und wir haben ja auch schon viele Gespräche miteinander führen dürfen und kennen uns glaube ich inzwischen auch ein wenig.

00:04:18: Aber gab es mal eine Rechersche in deinem Leben bei der du gemerkt hast Genau deshalb bin ich Journalist geworden oder das hat mich bestärkt, den richtigen Job zu machen.

00:04:28: Also ein Thema oder etwas was

00:04:31: du beschreiben

00:04:32: wolltest?

00:04:32: Ich glaube es ist anders bei mir ein bisschen anders gewesen.

00:04:34: Ich bin zwar Chefredakteur und auch mit Weltnachrichten jeden Tag beschäftigt aber im Grunde meines Herzens bin ich Lokaljournalisten.

00:04:41: Das sehr gar nicht!

00:04:43: Es ist mir gelungen Mit verschiedenen Städten, mit verschiedenen Stadtgesellschaften und Leuten die dort leben, solche Städte mich zu verbinden.

00:04:49: Das war zum einen Menschen glatt machte habe ich lange gearbeitet und gern.

00:04:52: Und dann war es wuppertal.

00:04:53: Ich hab sich nur in anderen Städtchen gearbeitet.

00:04:55: das ist mir schwerer gefallen.

00:04:56: Düsseldorf zum Beispiel war das etwas schwieriger.

00:04:58: aber wenn ich dann so eine Stadt und die Menschen verinnerlicht habe Dann ist dann der Reiz damit mit denen zu sprechen Mich mit ihnen zu treffen zu gucken.

00:05:05: wie denken die was wollen die.

00:05:07: Was fehlt denen eigentlich?

00:05:09: Warum sind die Dinge so wie sie sind damals Tag lang drüber sprechen.

00:05:13: Es gibt gute und schlechte Gründe, warum sie so sind wie Sie sind Und meine Aufgabe habe ich immer so empfunden auch wegen Neugier.

00:05:19: Ich wollte wissen warum?

00:05:20: Warum ist es so und was kann man eigentlich tun damit das anders wird?

00:05:24: Ich bleibe bei der persönlichen Perspektive.

00:05:26: Du beobachtest seit ganz vielen Jahren jetzt Wuppertal und seine Menschen.

00:05:31: Gibt's aus deiner Sicht ein Moment oder eine Begegnung die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist weil sie mehr über unsere Stadt erzählt hat als jede Statistik?

00:05:40: Das sind viele Begegnungen ehrlich gesagt, weil ich mit vielen Leuten zusammenkomme und ich finde Wuppertal hat einen Vorteil gegenüber anderen Städten in denen ich gelebt habe.

00:05:47: Es sind sehr viele Leute da die was machen wollen, die im Leben auch Glück gehabt haben aber das Glück bereits hinzuteilen.

00:05:53: Ich will nur einmal erwähnen, weil er dieses Jahr neunzig Jahre alt wird und ich schätze dass Ebert Robke zum Beispiel ein sehr guter Offenkundig, weil erfolgreicher und mithin auch wohlhabender Unternehmer der eben diesen bergischen Unternehmageist transportiert, indem er sagt ich mir geht es gut.

00:06:09: Ich habe meine Freude an Kultur aber ich möchte das andere Menschen diese Freude auch entwickeln können und deswegen unterstützt er das von Leitmuseumen und unterstützt die Wuppertale Bühnen Kauft Werke für das Museum, die dann noch nicht bei ihm zu Hause hängen sondern im Museum.

00:06:22: Ich finde dass ist total bemerkenswert, dass jemand tatsächlich so normal geblieben ist und das Bedürfnis hat in die Gesellschaft so hineinzuwirken.

00:06:30: also ohne hohende Zeigefinger.

00:06:32: der sagt nie, die sollen mal kwellig diesmal jedes tun.

00:06:35: Es gibt auch Unternehmer, die das tun.

00:06:36: Er macht es nicht.

00:06:37: Mich hat das immer sehr beeindruckt, muss

00:06:38: ich sagen.

00:06:39: Steigen wir ins Thema ein.

00:06:41: Transformationen der Systeme ist ja so'n bisschen die Überschrift für diesen Podcast und so'nn bisschen abgedroschen vielleicht das Wort aber wir befinden uns glaube ich sind wir uns alle einig in einer Welt, die sich sehr stark verändert was ja auch für deine Branche gilt.

00:06:58: Woran machst du das im Alltag?

00:07:00: In deinem Arbeitsleben, in der Redaktion?

00:07:03: Wo merkst du am deutlichsten, dass sich dort etwas verändert oder sich in den letzten fünf, acht Jahren verändert hat?

00:07:10: Ich merke das besonders deutlich an meinen Kolleginnen und Kollegen.

00:07:14: Die mittlerweile vierzig Jahre högelt es als ich.

00:07:17: Das Zweite ist mir auch so... Ich merken es deutlich an der Langmut der Menschen die nicht mehr so vorhanden ist.

00:07:24: also die Bereitschaft sich mit einem Thema zu beschäftigen, sich mit jemandem auseinanderzusetzen, der andere Meinung ist, hat sehr nachgelassen.

00:07:32: Ich weiß, ich lese das ja auch von Aufmerksamkeitsspannen die heute bei jungen Menschen bei fünfzehn Sekunden liegen sollen.

00:07:38: Selbst wenn es dreißig Sekunden wären nur in dreizig Sekunden kann sich die Komplexität auch kleinster... Themen wie

00:07:43: z.B.,

00:07:44: man muss mal was ganz banales sagen, baut er eine Bushaltestelle irgendwo hin oder nicht?

00:07:47: Kann ich in dreißig Sekunden nicht erklären warum die notwendig ist und warum sie nicht notwendig sind?

00:07:51: Da braucht man schon ein bisschen mehr.

00:07:52: aber die Bereitschaft von Leuten das ist mein Eindruck sich auf das Meer einzulassen also sich anzuhören was der andere zu sagen hat um es entweder zu verinnerlichen oder zu negieren ist auch vollkommen in Ordnung.

00:08:02: Die hat nachgelassen Es ist alles sehr schnell sehr kurzatmisch geworden Und da sind wir mit einem alten langsamen Aber wie ich finde sehr wichtigen Medium im Hintertreffen.

00:08:12: Viele draußen sprechen ja auch von einer Krise der Medien.

00:08:15: Ist das aus deiner Sicht eine Krise?

00:08:18: Oder ich bleibe jetzt mal mit dem Wort, was Markus auch gesagt hat oder ist es eher eine radikale Transformation des Journalismus?

00:08:24: Ich glaube dass wir gerade eine Zeit erleben wenn wir nicht aufpassen dann erleben wir nicht die Transformationen des Journalismes sondern seinen Ende.

00:08:30: Wir werden an das Ende vom Journalismus kommen wenn wir Journalismus definieren als transporter recherchierter handwerklich sauber aufgeschriebener oder vorgetragener Nachrichten.

00:08:39: Wir haben heute einen Wettbewerb, das hat viel mit den sozialen Medien und dem Internet zu tun zwischen Informationen und Nachricht.

00:08:45: Viele Leute können zwischen Information und Nachrichten nicht unterscheiden.

00:08:48: die Welt wird mit Informationen geflutet und die Nachricht wird dabei ersäuft.

00:08:52: Das ist oft so ein bisschen das Problem.

00:08:54: Das kriegen wir mit unserer Schnelligkeit, die wir haben nämlich nicht hin weil wir immer vierundzwanzig Stunden brauchen.

00:08:59: und auch wenn wir uns in den neuen digitalen Medien aufhalten und das auch versuchen Ist das schwierig?

00:09:06: Weil wir kommen immer mit unseren Erklärungen von Nachrichten, wenn die Informationen schon die Köpfe erobert haben.

00:09:11: Das ist ein großes Problem weil wir damit Gefahr laufen dass der Journalismus das Handwerk Redakteurin-Redakteur zu sein irgendwann ausgestorben ist, weil es keiner mehr nachfragt.

00:09:20: Die Gefahr besteht

00:09:21: Aber lebt nicht gerade Lokaljournalismus Der Nähe zu den Menschen, zum Sportverein zur Konflikten und zur Lokalpolitik.

00:09:30: Also diese Beziehungsnähe, wo auch Geschichten raus entstehen oder Informationen herkommen.

00:09:38: Unabhängig davon dass die Informationen überall verfügbar sind zumindest die Überregionalen sowieso.

00:09:43: Welche Rolle spielt Nähe noch?

00:09:45: Glaubst du noch daran an das Modell?

00:09:48: Ich glaube es ist näher Total überlebenswichtig ist für Gesellschaften.

00:09:51: Ich glaube, dass Orte an denen sich Leute treffen können um miteinander zu reden was sie gelesen haben total wichtig ist.

00:09:58: wir erleben aber genau das Gegenteil.

00:10:00: Wir haben zuletzt berichten müssen.

00:10:01: es eine Banalität vielleicht Aber für den deutschen Bierbrauer nicht ganz so unwichtig.

00:10:05: Der hektolitere Ausschuss der Deutschen Virus ist rapide gesunken in den vergangenen Jahren Was damit zu tun hat dass viele Menschen Nicht mehr entkneipen gehen und sich nicht mehr auf ein bier mit ihren Leuten treffen Sondern man trifft sich Zuhause Mit einem display vor der nase oder oder auch gar nicht mehr, sondern man trifft sich online um sie mit irgendwas miteinander zu tun.

00:10:22: Das was ich alles nicht verteilen möchte aber diese Austausch auf dieser Erfahrungsaustausch dieses Erleben von Gesellschaft erleben von Stadt und von Entwicklungen das findet so in der Form wie wir es früher kannten nicht mehr statt.

00:10:33: die Eckkneipe ist ja auch dabei auszudienen und die war ein wichtiger Treffpunkt für diese Dinge.

00:10:38: also zwar ein wichtiger treffpunkt um zu erleben zu verstehen sich auszutauschen sich auch zu streiten was blödsinn zu erzählen Das alles verlieren wir gerade, also die jüngere Generation fragt das so nicht mehr nach.

00:10:50: Wir tun das immer noch in unserem etwas höheren Alter.

00:10:54: aber die Anlandungspunkte führt das was du grade gesagt hast für Lokaljournalismus und Informationen.

00:10:59: Was geschieht da eigentlich am Wehrat oder an der Schlossbleiche?

00:11:03: Dafür finden wir dann eben nicht mehr die An-Landungspunkte es sei denn... ...wir drucken eine Zeitung und die Leserinnen und Leser die wir haben, die alle fünfzig, sechszig aufwärts sind konsumieren das.

00:11:13: Das tun sie zum Glück.

00:11:15: Wir wissen leider Gottes, das Leben ist endlich.

00:11:18: Ja weil die Erwartungshaltung der Leser und Leser haben sich ja sehr stark verändert.

00:11:22: Es muss immer schneller gehen es muss digitaler gehen was ich finde es gibt überhaupt kein Gefühl mehr dafür dass eine Nachricht auch ein Wert hat.

00:11:30: also es muss alles kostenlos sein es muss schnell sein es muß immer sehr kurz sein.

00:11:33: wie verändert das die Arbeit in lokalen Zeitungsreaktionen?

00:11:37: Es wird taktisch oder durch.

00:11:38: Es wird oberflächlicher manchmal auch, es ist für alle Beteiligten die dort arbeiten immer wieder notwendig um gleichzeitig schwierig sich selbst zu kontrollieren.

00:11:47: habe ich das jetzt in der Kürze der Zeit richtig gemacht?

00:11:49: Habe ich die Distanz gewartet, die ich brauche?

00:11:52: was immer ein Riedern Problem ist, mitunter habe ich auch die Gegenposition gut.

00:11:55: Also hab' ich eine zweite dritte Quelle für die These, die ich da oder für die Informationen, für die Nachricht, die der verbreiten will?

00:12:00: Das wird bisschen schwieriger das es tatsächlich so... Was auch damit zu tun hat dass dann auch Leute zu uns kommen, die das auch so nicht mehr gelernt haben.

00:12:07: Die lernen das relativ schnell, also sie sind alle schon ganz schön schlau und die da sind, das ist schon klar!

00:12:12: Aber man merkt schon, dass sich da etwas verändert hat insgesamt in der Fähigkeit oder vielleicht in der Bereitschaft Informationen nachrichten aufzunehmen.

00:12:19: Das ist schon anders, das merken wir auch.

00:12:21: Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, dass ich sage wir werden nicht mehr für Aktualitäten schnelligkeit bezahlt sondern wir werden dafür bezahlt das wir den Leuten erklären was ist warum es ist und was es bewirkt.

00:12:31: Und wie es vielleicht besser sein kann?

00:12:32: Das ist unsere Aufgabe für die Zukunft glaube ich für einen Kreis von Menschen die das dann eben auch liest.

00:12:37: der wird im Moment nicht unbedingt größer.

00:12:40: aber du glaubst noch an das Modell dass dieser Ort der ich sag mal beschriebenen Öffentlichkeit oder des Marktplatzes des journalistischen Marktplatzes, dass wir denen in den zwanzig Jahren in der Form auch noch so haben?

00:12:54: Ich wünsche mir das es so ist weil ich nicht weiß wie wir sonst.

00:12:57: Es geht ja darum wenn ich mich informiere bin ich Nachrichten konsumiert habe und möchte das reflektieren.

00:13:03: Ich kann ja gar nicht anders als mich mit Leuten zu treffen, um darüber zu sprechen.

00:13:08: Und dieses Miteinander-Sprechen bedeutet auch gemeinsam Erfahrung zu machen und Gemeinsinn zu entwickeln.

00:13:14: Das finde ich in Zeiten wie diesen nötiger denn je.

00:13:17: Das haben wir so ein bisschen in den vergangenen Jahren verschludert, vernachlässigt hat sich anders entwickelt.

00:13:21: Ich glaube aber dass Städte nicht nur Wuppertal sondern viele andere wahrscheinlich alle vor der Situation stehen, dass sie mehr Gemeinschaft bilden müssen.

00:13:30: Damit die Themen, die gemeinsam bearbeitet werden müssen auch gemeinsam bearbetet werden weil es sich statt allein oder eine Partei alleine oder eine Zeitungsredaktion allein gar nicht mehr hinkriegen kann.

00:13:39: also brauchen wir das.

00:13:40: Das unterstreichen natürlich auch die Wichtigkeit von Medien und jetzt in dieser Situation mit deutlich weniger Ressourcen zu arbeiten.

00:13:48: was bedeutet das wenn entschieden wird bei euch welche Geschichte wird erzählt?

00:13:52: Und welche Geschichte lassen wir liegen?

00:13:54: Die Frage ist immer relevant.

00:13:55: Ich sage meinen Redakteuren, Redakteurinnen.

00:13:58: Manchmal, wenn die so voller Leidenschaft für ein bestimmtes Thema sind ... Sie tun es nicht für sich!

00:14:02: Das müssen sie immer wissen.

00:14:03: Sie müssen sich immer vorstellen, für wen tun sie das eigentlich?

00:14:05: Nicht für sich.

00:14:06: Sie sind nur dazu da... Leute zu informieren, die sie gar nicht kennen und darauf angewiesen sind, dass sie es tun.

00:14:12: Wenn man eine Zeitung nur für mich machte, sagt ich das echt jetzt nicht mehr, dann steht da nur... Die würden wir gerne mal lesen!

00:14:18: ...Metellica oder vielleicht Modelleisenband.

00:14:20: Aber dann liest du auch der einzige, das liest?

00:14:23: Das hat doch gar keinen Sinn.

00:14:25: Die große Kunst ist zu erkennen, ist es relevant?

00:14:28: Betrifft es Leute überhaupt?

00:14:30: und habe ich Betroffenheit erzeugt.

00:14:31: Das heißt nicht, dass wir da irgendwie rumhampeln.

00:14:33: Wir sind ja nicht die Bildzeitung oder Privat-Sender, sondern können wir durch die Informationen, durch den Nachrichten, durch die Fakten, die wir ermittelt haben, können wir dadurch Betroffenheit – und zwar im Gut, nicht im Schlechten – unbedingt Betroffenheit erzeigen?

00:14:44: Ist es für dort wichtig das zu wissen?

00:14:46: Das ist die einzige Frage, die zählt!

00:14:48: Ist es wichtig, das zu

00:14:49: wissen?!

00:14:50: Und dann gibt's natürlich auch noch Geschichten, die sind einfach schön, dass man sie hat.

00:14:52: wenn wir über die Schwebeband schreiben Das sind Tausend Geschichten schon erzählt und wir erzählen sie zum tausend ersten Mal, weil es einfach schön ist.

00:14:58: Und wir wissen, dass Leute das auch nachfragen oder wenn man in die schönen Zeiten so ein totaler Sportweise erinnert.

00:15:03: Es ist auch schon lange her, da kann man jetzt keinen Blumptopfer mitgewinnen aber es ist trotzdem schön wie man es tut!

00:15:08: Das ist nice to have, das gehört dazu, damit man immer wieder Inseln schafft auf den Leuten sich ausruhen können denn die Zahl der guten Nachrichten ist ja leider nicht so hoch wie ich sie gerne hätte.

00:15:18: Richtig zu sein

00:15:18: Ist es nicht persönlich schwer auch für jetzt deine Kolleginnen und Kollegen, natürlich stellen wir das schwer vor?

00:15:23: Weil ihr seid ja dann auch sehr gut informiert.

00:15:26: Wenn ihr es sein wollt insbesondere wenn's um Bauprojekte Verkehrsituationen Schulen Stadtentwicklung usw.

00:15:33: geht ist es da nicht schwer so seine eigene Meinung rauszuhalten also dass es wirklich in einer neutralen Form

00:15:40: muss sich halt kontrollieren.

00:15:42: Bemühen uns schon darum.

00:15:43: Und ich glaube, dass es auch weit geht, gelingt übrigens anderen Zeitungen und anderen Redaktionen.

00:15:47: Auch da sind wir nicht allein auf der Welt das voneinander zu trennen.

00:15:49: Wenn wir eine Meinung haben dann steht darüber Achtung!

00:15:52: Ich habe jetzt eine Meinung und für die Meinung könnt ihr mich auch schlachten aber für den Bericht neutral sein soll und möglichst alle Aspekte eines Themas beleuchtet, deswegen sage ich gerade auch die Gegenseite.

00:16:03: Auch Leute mitnimmt vielleicht zum Thema eine andere Meinung haben.

00:16:07: Es geht ja darum, Leute mit Informationen und Nachrichten und Fakten zu versorgen, sie in die Lage versetzen sich selbst eine Meinung zu bilden.

00:16:13: Sich zu überlegen wie stehe ich eigentlich dazu?

00:16:16: Möchte ich?

00:16:16: Wir hatten das Thema Seilbahn vor ein paar Jahren.

00:16:18: Möchte ich eine Seilbahn über meinen Garten haben?

00:16:20: Ja oder nein, es gibt gute Gründe dafür und gute Grände dagegen.

00:16:23: Und ich bilde mir einen, wenn ich mich recht entsinne, dass wir das auch abgebildet haben.

00:16:26: Ich war damals übrigens ein großer Befürworter dieser Seilbahnen, obwohl sie mitten bei meinem Garten gegangen wäre ... Da dachte ich aber nicht an meine Frau und meine Kinder!

00:16:33: Ich bin da ganzen Tag unterwegs... Die waren zum Beispiel von meiner Frau war total dagegen.

00:16:38: Jetzt möchte doch nicht, wenn die draußen auf der Terrasse in den Kaffee trinken.

00:16:41: Wir haben so ein kleines Reihenhaus, ich denke jetzt nicht, ich hätte so ne riesen Assender oder so.

00:16:46: dann möchte ich nicht, dass Leute mir den Kaffee gucken.

00:16:48: Dann kann ich auch verstehen!

00:16:49: Aber das muss von eben beides transportieren.

00:16:51: und am Ende kann es sein, dass die Leute sagen ja das ist okay.

00:16:54: aber das wichtigere Thema ist für mich aber, dass dieses Verkehrsmittel existiert weil sie eben brauchbar ist.

00:16:59: Da kann man im Reststück nach Kronenberg oben Zweifel haben, sonst ging's ja... Und dann bin ich dafür oder sage nein, ich möchte nicht, meine Privatsphäre so gestürzt was ich habe aber alle Fakten gehört und kann das entscheiden.

00:17:10: Ich bin groß geworden mit dem Generalanzeiger auf einem Küchenschisch jeden Morgen, den mein Vater gelesen hat und meine Mutter gelesen.

00:17:16: Wir haben ihn auch angeguckt und wir haben nie in Frage gestellt was da drin steht.

00:17:19: Das Gleiche gilt für das heute Journal oder für die Tagesschau.

00:17:23: Heute erleben wir Zeit, dass Vertrauen in Institutionen und Medien auch immer weniger werden und nicht selbstverständlich sind.

00:17:30: Was braucht es heute damit Menschen lokal, Journalismus als glaubwürdige Stimme wahrnehmen?

00:17:35: Wir haben tatsächlich die Situation, dass man nie immer alles glauben konnte was geschrieben oder gesendet wurde.

00:17:40: Denn das Wichtigste, was wir alle haben müssen ist Zweifel.

00:17:43: Damit man sich nicht den Zermürbenden zwölf, weil wir depressiv werden sondern einfach immer sich die Frage stellen kann es auch sein Ich behaupte, das gilt für das heute Journal und für die ARD Das gilt für die westerische Zeitung, gilt sicher auch für die Vopartale Rundschau oder für die Rheinsche Post Dass da ninety- acht neunzehnte Prozent der Nachrichten noch wirklich sauber sind.

00:18:02: Fehler passieren, denn wir reden hier von einem Handwerk.

00:18:04: Das Fehler behaftet ist.

00:18:05: Wichtig ist dann eben zu sagen ja, wir haben einen Fehler gemacht und korinieren das anders als das heute Journal mit dem komischen KI-Beitrag sehr gefährlich.

00:18:13: Das ist schon mal sehr wichtig, dass wir das tun.

00:18:15: Was dann darüber hinaus nötig wäre damit die Leute wieder Vertrauen in die Medien bekommen, wäre Medienkompetenz?

00:18:22: Zu verstehen was machen sie da eigentlich wie machen die das eigentlich?

00:18:26: wo kann ich dann selbst sehen was stimmt und was nicht stimmt?

00:18:29: das haben wir heute nicht Also überhaupt nicht.

00:18:32: Vielleicht haben wir sie früher auch nicht gehabt, aber heute fällt es mir auf weil wir soziale Medien haben die mittlerweile ja das Meinungsbild sehr stark beeinflussen und für wissen was wir damit erreichen nämlich dass wir extreme Positionen highlighten die dann auch noch Zulauf finden eben weil verkürzt falsch voreingenommen Informationen verbreitet werden die keine Nachrichten sind.

00:18:52: wenn wir diese Medienkompetenz nicht erzeugen wird es für seriöse und damit auch langsammere weniger Schrille-Medien schwierig, das zu erreichen was du gerade richtigerweise sagst.

00:19:01: Wir brauchen das Vertrauen.

00:19:03: die Leute müssen uns vertrauen dass wir überhaupt gar kein Interesse daran haben damit man nicht nur die Printmedien sondern auch alle anderen die öffentlich rechtlichen Rundfunk und auch den Privatfunk in weiten Teilen zumindest, dass wir wollen die Leute nicht interessiert führen.

00:19:15: Das ist überhaupt nicht das Ziel von Journalismus.

00:19:17: mit.

00:19:17: wer das tut und wird Journalist dem Falschen im Beruf der gehört auch raus und die Leute werden auch ausgeschlossen.

00:19:22: also da gibt es noch eine Selbstreinigungskraft, die wir glücklichweise noch haben weil das genau das ist was unseren Berufsstand an einem Ende dann auch tötet.

00:19:28: deswegen darf das gar nicht sein.

00:19:30: aber das Vertrauen hast du vollkommen recht ist verloren gegangen.

00:19:33: das hat damit tun wie ein Sonderthema.

00:19:35: das hat ganz besonders zwei tausend fünfzehn angefangen mit der sogenannten Flüchtlingskrise wo war?

00:19:39: ich immer sage Die Krise liegt nicht bei uns, sondern bei den Flüchtlingen.

00:19:42: Sonst wären sie nicht da und trotzdem sind alle nett.

00:19:44: Da haben wir auch die seriösen Medien eine vorausallende Sorge dass wir falsche Kräfte bedienen sehr viel Tünsche drüber gekippt und haben es nicht geschafft darauf hinzuweisen zum Beispiel wie wir ZD tun müssen.

00:19:56: ja es kommen Menschen die sind in Not aber gebt acht.

00:20:00: Es kommen auch Leute, die nicht den Polizerpreis bekommen und die keinen Nobelpreis gekriegt haben.

00:20:04: Also dann hätte man sich früher mit beschäftigen müssen, das haben wir damals nicht getan.

00:20:07: Auch wir Medien haben das nicht getan.

00:20:09: Das hat Russenschaden angerichtet ehrlich gesagt Und dazu geführt dass eine Partei heute Prore macht, die wir eigentlich gar nicht gegeneinander haben.

00:20:17: Jetzt ist in unserer Branche oder in jeder Branche gerade Die ganzen Schlagwörter KI Plattformen usw.

00:20:25: also alle auch neuen Form einmal die Medien zu nutzen und auf der anderen Seite Artikel zu erstellen.

00:20:31: Klar, welche Frage jetzt kommt also welchen Einfluss hat das auf deine tägliche Arbeit?

00:20:37: wird es überschätzt oder wird das wirklich zu starken Veränderungen führen?

00:20:41: Also ich glaube Es wird unterschätzen seiner Gefahr.

00:20:43: Wir hatten heute noch dieses Resson in meiner Redaktion.

00:20:45: Ich habe bei mir Das nutzen von KI für Recherche erlaubt.

00:20:49: Ich verbiete dass Nutzen Von KI Für des Erstellen von Beiträgen Kommt gar nicht infrage.

00:20:54: machen wir nicht aus einmal so einem handwerklichen Grund, ich finde dann wenn man das macht hat man dann in der Einheitsprei also auch im Stil.

00:21:01: Aber KI ist nicht in der Lage neue Nachrichten zu erzeugen.

00:21:04: KI lebt davon abzufragen was es schon gibt und da wir von Neuigkeiten leben müssen die vernünftig bearbeitet und vernünft recherchiert sind ist KI für uns kein Thema.

00:21:13: aber das ist natürlich in vielen anderen Berufsgruppen und möglicherweise auch in anderen Zeitungshäusern oder Medienhausern vielleicht ein bisschen anders.

00:21:22: überlassen wir die Arbeit, unsere Arbeit und inklusive der humanen Einschätzung was relevant ist und was nicht.

00:21:28: Und wie es am besten darbietet der Maschine.

00:21:30: da hätte ich ein Störgefühl.

00:21:32: ehrlich gesagt das ist eine riesengroße Gefahr denn ihr seid der Wirtschaftsleute.

00:21:38: Ich sage in meiner Redaktion immer, ich bin eine Kostenstelle, ihr seid die Leute aus der Erinnerung.

00:21:42: Das birgt die Gefahr dass wir irgendwann unser Handwerk aus der Hand geben Und dann werden wir als Gesellschaft eben von dieser sogenannten Maschine, so nenn die jetzt immer.

00:21:49: Die Leute, die damit umgehen, das ist mal eine Maschine.

00:21:52: Großer Quali ist einfach ein paar Computer.

00:21:54: Aber die hochleistungsmäßig unterwegs sind aber auch in großes Risiko bergen dass wir den menschlichen Faktor ermitteln aufschreiben verbreiten Von Nachrichten verlieren.

00:22:04: Wir verlieren die Verantwortung Das Verantwortungsgefühl Dass uns Menschen inne wohnt Im besten Fall nämlich dass wir sagen wir wollen keinen Schaden anrichten Wir wollen unsere Arbeit tun.

00:22:13: Ich finde ich gut mit der, dass wir Verantwortung verlieren.

00:22:17: Trotzdem einen Blick in die Zukunft?

00:22:19: Was muss man heute ändern damit Lokaljournalismus in zehn, zwanzig Jahren noch eine Bedeutung hat für die Stadt und für die Region und die Menschen, die dort leben?

00:22:27: Ich glaube da sind viele Dinge notwendig.

00:22:29: Ich habe gerade schon von Medienkompetenz gesprochen.

00:22:31: das ist dann bei den Konsumenten der Medien egal welcher Lokalmedien.

00:22:34: Wir müssen aber auch innerhalb des Kräfteverhältnisses Verwaltung, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft eine andere Form des Miteinanders finden.

00:22:42: Wir müssen das tatsächlich versuchen über Beteiligungsmodelle um allen die das Leben in dieser Stadt angeht.

00:22:48: Das sind in Wuppertal so circa dreihundertsechzigtausend Leute mitbekommen was geschieht, wo sie mitbestimmen können und auch sollten.

00:22:56: dafür müssen wir neue Räume der Begegnung schaffen.

00:22:59: damit meine ich der persönlichen Begegnung wie das geht weiß ich jetzt allerdings auch nicht die wir dann wieder bestücken können als Medien, egal jetzt welches Medien mit den Fakten und den Nachrichten über die sich dann die Leute unterhalten müssen.

00:23:10: Ich habe das eben schon mal gesagt.

00:23:11: ich glaube dass wir in einer Zeit leben indem wir ganz neues Gemeinwesen brauchen weil Städte sonst verlieren und die Menschen die in Städten sind verlieren gleich mit.

00:23:20: Das wird unschön.

00:23:21: Jetzt bin ich freiwillig zweimal nach Wuppertal gezogen, das auch noch total gern.

00:23:25: Und zweitmal beim ersten Mal nicht so und ich möchte nicht dass dieser Stadt das passiert.

00:23:28: Und zwar aus einem sehr egoistischen Grund den mich auch immer allen Leuten zurufen die sagen ja was soll ich denn machen?

00:23:33: Beteiligen wäre ganz gut weil ich hier selbst lebe.

00:23:35: Ich möchte ganz gerne in Wupperteile leben weil diese Stadt sehr schön ist und ich möchtet dass sie schön bleibt und ich weiß dass sie noch schöner werden kann.

00:23:42: Super!

00:23:43: Provozieren gefragt Was wird der statt fehlen wenn es euch nicht mehr gäbe?

00:23:47: Dann fehlt der politische Diskurs vollends, und zwar der kontrollierte, konstruktiv begleitete politische Diskurs.

00:23:54: Ich habe zuletzt, da war ich irgendwo vom Rad aus, er sprach mich ein Stadtverordneter an und sagt wer transportiert eigentlich unsere Nachrichten wenn ihr nicht mehr seid?

00:24:02: Da hab' ich gesagt genau niemand.

00:24:04: das wird das Problem sein Und wir brauchen aber im Sinne aller, die hier leben und sich für diese Stadt interessieren.

00:24:09: Das ist ja auch nicht jeder.

00:24:09: es gibt auf viele Leute Leben einfach nur hier ist okay brauchen wir seriöse Nachrichtenquellen, die können nicht TikTokX und sie können auch nicht aus den Wohlfühlblasen irgendwelchen digitaler Stammtischgruppen kommen.

00:24:20: Das wird nicht funktionieren!

00:24:21: Es gibt doch Leute da, die führen gut zum Schild, die versuchen das zu machen aber die kommen ja auch nicht durch weil diese Form der Kommunikation eben keine Tiefe erzeugen kann leider.

00:24:30: Ich selbst habe übrigens, obwohl ich das immer gerne machen wollte, weil ich dachte es würde benutzen mich von den sozialen Medien weitgehend verabschiedet.

00:24:38: Ich hab das am Anfang immer versucht damals – ich bin ja schon etwas älter mit Facebook Und ich habe gedacht, ok, jetzt stellst du da mal eine Frage an.

00:24:43: Vielleicht hat jemand ja Erfahrung mit dem Thema und dann kannst du was lernen?

00:24:46: Dann kannst du damit umgehen und kannst dir die Fragen... Also im Zuge der Recherche, dass sich selbst weiterentwickelndes ein Thema vernünftig bearbeiten.

00:24:53: Ich hatte nie eine konstruktive Antwort.

00:24:54: Also ich meine das nie, mein ich genau keine.

00:24:56: Das ist jetzt nicht übertrieben so.

00:24:58: V.B.

00:24:58: ist der dritte Eintrag war, ach die WZ sowieso... Der Drecksblatter und komm lass mich doch nur um.

00:25:07: Darum ging es gar nicht.

00:25:09: Das stellen wir heute auch fest selbst bei seriösen Titeln wie zum Beispiel der FAZ wenn man da mal liessen in den Kommentarspalten wirklich von Lesern die jetzt von denen ich jetzt mal sage können jetzt nicht ganz dämlich sein.

00:25:20: nach drei vier fünf ist wieder derselbe alte Käse alles die Moslems schuld Und die AfD.

00:25:26: und dieser ganze Käse, wo man einfach mit dem Thema das mal besprechen muss gar nicht mehr durchdringt.

00:25:31: Das Thema wird gar nicht besprochen.

00:25:32: Da ist übrigens auch ein sehr großes Phänomen in der Politik.

00:25:36: Wir besprechen noch keine Themen mehr.

00:25:37: Wir lösen nur Probleme, die eigentlich gar nicht da sind.

00:25:39: Wir haben fünf Tage Krieg im Iran.

00:25:42: Die erste was ich heute Morgen lesen muss waren die Benzinpreise steigen zu Hause ums Spritpreisprinzipien.

00:25:46: Ich hab dann so gedacht... Ich habe

00:25:47: das relevant wäre jetzt in dem Augenblick.

00:25:49: In welcher Welt leben wir eigentlich?

00:25:50: Entschuldigung!

00:25:52: Das geht auch noch fröhlich weiter.

00:25:54: Es wird nicht darüber gesprochen, wie kriegen wir diesen Krieg in den Griff?

00:25:56: Weil das ist ja auch ein bürgter für uns ein gewisses Risiko, denn so weit vergisst er gar nicht.

00:26:01: Sondern wir fragen, ob wir den Spritpress unter zwei Euro bekommen.

00:26:03: Geht es noch?

00:26:03: Bist

00:26:04: du trotzdem der ganzen Herausforderung zuversichtlich, dass Lokaljournalismus noch weiterhin eine Rolle spielen wird?

00:26:09: Ich glaube, dass einer eine Rolle spielt muss und ich glaube, sich abseits der Verlage, die das viel zu spät angefangen haben, sich darüber Gedanken zu machen ... Auch andere Säulen der Gesellschaft Gedanken machen müssen, wie man das erzeugen kann.

00:26:21: Ich glaube, dass guter also handwerklich dargebotener Journalismus egal in welcher... Gattung, gar in welchem Medium.

00:26:27: Ein lebensnotwendiger Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft ist.

00:26:31: Da muss man sich überlegen wie kriegen wir das hin?

00:26:33: Die Alternative wird nicht sein dass zum Beispiel der westerische Rundfunk damit er weitermachen kann dem nächsten Beitrag von fünfzig Euro im Monat nehmen.

00:26:39: da steigen Leute aus.

00:26:40: Bei uns wird es nicht möglich sein dass das Zeitungs-Abo noch weiter exorbitant teurer wird.

00:26:44: Das wird irgendwann auch nicht mehr gehen.

00:26:46: Zumal die Leute die das lesen dann am Ende nicht mehr da sind.

00:26:49: Also da muss sich die Gesellschaft, damit meine ich jetzt nicht unbedingt ein Staat der vielleicht auch etwas einfallen lassen.

00:26:54: Wenn diese Form von Nachrichtenverbreitung verschwinden soll, so Wort!

00:26:57: Ich dachte dann immer das ist für mich persönlich schade weil mir diese Zeitung für dich arbeitig sehr ansatzgewachsen ist.

00:27:02: aber es gibt ja auch keine Garnbleicher mehr.

00:27:04: Geht doch kein Haar mehr nach.

00:27:06: Das ist halt so ein Leben.

00:27:09: Wir brauchen diese Qualität, wir brauchen die Informationsnachrichtenqualität dieses Fakten basierte vernünftige sich auch korrigierende wenn es mal falsch ist das ist ganz wichtig dass gibt's in den sozialen Medien Aussicht.

00:27:19: sondern tatsächlich ist es so dass man das falsche was man behauptet eben noch weiter behaupte und in der Hoffnung dass fünfzehn Leute sagen hast du recht aber dann ist man zufrieden haben wir nichts falsch gemacht.

00:27:27: das darf nicht verschwinden.

00:27:28: wir brauchen seriösen vernünftigen gerade im lokalen Nachrichtenjournalismus.

00:27:34: Der hat auch nicht langweilig sein darf, das ist dann das andere Problem und wir müssen auch noch darüber nachdenken.

00:27:37: da machen wir natürlich auch nicht alles richtig weil wir es einfach nicht können.

00:27:41: aber da müssen wir auch drüber nachdenkeln.

00:27:43: Schon fast ein super Schlusswort.

00:27:44: Zeit ist schon wieder um wiederum trotzdem wir enden ja immer sehr positiv

00:27:48: in unserem Kontakt

00:27:50: und du bist ja auch kannst ja sehr emotional.

00:27:52: dazu ist ja auch gerade ein bisschen angedeutet sein und dich auch mal gut aufregen über Themen und Du machst das ja jetzt auch schon zwei drei Tage.

00:28:00: Was motiviert dich immer noch?

00:28:01: Was macht dich zuversichtlich, warum springst du morgens aus dem Bett und gehst in die Redaktion und sagst super Tag heute.

00:28:08: ich habe richtig Lust.

00:28:09: Ich glaube es ist tatsächlich die Stadt, in der ich arbeite.

00:28:12: Ich finde dieses Wuppertal was ja von außen betrachtet oft leider Gottes gar nicht so gut beläumen wundet ist so spannend, so interessant auch so sperrig mitunter und so schön und so herausfordernd dass es für mich eine Freude ist, mich mit Wuppertal zu beschäftigen.

00:28:26: Und darüber hinaus ... Ich bin neugierig.

00:28:28: Ich interessiere mich wirklich für jeden Mist und versuche das alles dann irgendwie zu verstehen.

00:28:33: Manchmal versuch ich auch den Leuten zu erklären oder unseren Lesern zu erklären.

00:28:36: Es ist einfach so.

00:28:37: ihr habt das bestimmt auch.

00:28:38: aber ich glaube, dass ich den besten Beruf der Welt habe.

00:28:41: Ich mach das jetzt seit fast thirty-fünf Jahren jeden Tag.

00:28:44: Ich kann sagen, das ist wirklich so... Ich hab mich keine Sekunde gelangweilt.

00:28:48: Es gibt nicht sehr viele Berufe in denen man das aussagen kann.

00:28:51: Insofern ist das einfach.

00:28:53: Ich glaube, damit könnte ich gar nicht aufhören.

00:28:54: Lieber Lothar vielen Dank für das offene Gespräch und vor allem für deinen Blick hinter die Kulissen des Lokaljournalismus Und an alle, die uns zuhören, wenn euch die Folge gefallen hat.

00:29:05: Lasst gerne ein Abo da oder teilt den Podcast oder empfehlt uns weiter!

00:29:10: Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr auch bei der nächsten Folge mit Haltung und Trocken dabei seid.

00:29:14: Ja von mir herzlichen Dank lieber Lothar,

00:29:16: dass

00:29:17: du dabei warst.

00:29:18: Das war unser Podcast mit Haltung und Trock'n.

00:29:20: Bleib neugierig, bleibt mutig, bleibt im Gespräch.

00:29:23: Tschüss

00:29:24: Alles Gute!

00:29:31: Mit Markus Hilkenbach

00:29:32: und Markus Schlomsky.

00:29:34: In der nächsten

00:29:34: Folge begrüßen

00:29:35: wir Oliver Wittke, Vorstands-Sprecher des

00:29:38: VRR Verkehrsverbund Rheinrohr.

00:29:40: Mit ihm sprechen

00:29:41: wir über den öffentlichen

00:29:43: Personennahverkehr zwischen

00:29:44: Anspruch und Angebot.

00:29:46: Hat euch die Folge gefallen?

00:29:48: Dann freuen wir uns über eure Bewertung.

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